Wessel Nijman hat die PDC Order of Merit weiter in Bewegung gebracht. Nach seinem Titel bei den Slovak Darts Open steht der Niederländer auf Rang 14 der Weltrangliste und ist damit nicht mehr nur ein Spieler aus der erweiterten Top-16-Zone. Der Blick geht inzwischen deutlich weiter nach oben.
Der Bratislava-Sieger liegt nach dem European-Tour-Wochenende bei £550.250. Bis zu Danny Noppert auf Rang zehn fehlen ihm damit nur noch £47.250. Genau das macht das aktuelle Update so spannend: Der 25-Jährige klopft nicht mehr an die Top 16, sondern an die Top 10.
Der Titel bei den Slovak Darts Open war dafür der nächste große Baustein. Im Finale besiegte der Niederländer Rob Cross mit 8:3, spielte einen Average von 103,80 Punkten und sicherte sich weiteres wichtiges Rankingpreisgeld. In der PDC Order of Merit zählt nicht die Momentform allein, sondern das Preisgeld aus PDC-Ranglistenturnieren im relevanten Wertungszeitraum. Wer dort regelmäßig tiefe Läufe produziert, verschiebt seine Ausgangslage schnell.
Nijman ist plötzlich selbst der Maßstab
Der Aufstieg des European-Tour-Siegers verändert auch die Perspektive auf die Spieler um ihn herum. Vor wenigen Monaten war er noch der Jäger. Jetzt steht er selbst in einer Region, in der andere Spieler auf ihn schauen müssen. Hinter ihm liegen unter anderem Ross Smith, Nathan Aspinall, Jermaine Wattimena, Luke Woodhouse, Martin Schindler und Rob Cross.
Vor Wessel Nijman ist die Lücke ebenfalls nicht mehr riesig. Chris Dobey steht auf Rang 13, Gary Anderson auf Rang 12, Ryan Searle auf Rang 11 und Noppert auf Rang 10. Gerade dieser Bereich ist für die kommenden Monate interessant, weil hier Setzungen, Major-Ausgangslagen und sportliche Wahrnehmung zusammenlaufen.
Für die komplette aktuelle Tabelle lohnt sich der Blick in die PDC Order of Merit. Dort ist der Stand nach den Slovak Darts Open mit den Top 32, den Plätzen 33 bis 64 und weiteren Spielern aufgeführt.
Diese Entwicklung ist dabei kein einzelner Ausreißer mehr. Der 25-Jährige hat sich in der Saison 2026 Schritt für Schritt nach oben gearbeitet und in Bratislava erneut gezeigt, dass seine Ergebnisse inzwischen auch auf großer European-Tour-Bühne tragen. Der Abstand zur Top 10 bleibt groß genug, um nicht von einem Selbstläufer zu sprechen. Aber er ist klein genug, um aus dem Rankingupdate eine echte Ansage zu machen.
Sykes macht aus seinem Debüt ein Ranglisten-Statement
Auch Tom Sykes gehört zu den Gewinnern des Wochenendes. Der Engländer, gab bei den Slovak Darts Open sein Debüt auf der European Tour und spielte sich direkt bis ins Halbfinale. Für einen Spieler aus dem unteren Bereich der Weltrangliste ist genau so ein Lauf besonders wertvoll.
„The Castleford Tiger“ startete mit einem 6:2 gegen Niko Springer in das Turnier. Danach folgte ein 6:5 gegen Martin Schindler, ehe er am Finaltag auch Cameron Menzies mit 6:4 und Jermaine Wattimena mit 6:2 bezwang. Erst im Halbfinale war gegen Rob Cross Schluss. Cross gewann klar mit 7:2, doch für Sykes war der Lauf längst ein Erfolg.
Das zeigt sich auch im Ranking. Sykes kletterte um acht Plätze auf Rang 82 und steht nun bei £41.750. Gerade in dieser Tabellenregion können einzelne tiefe Turnierläufe besonders viel auslösen. £10.000 Preisgeld aus einem European-Tour-Halbfinale sind dort kein kleiner Bonus, sondern ein echter Schub.
Tom Sykes bestätigte damit den Eindruck, dass sein Auftreten in Bratislava kein Zufall war. Schon beim Sieg gegen Springer wirkte er konzentriert, ruhig und effizient. Danach nahm er mit Schindler, Menzies und Wattimena weitere etablierte Namen aus dem Turnier. Für die Spitze der Rangliste ist Rang 82 noch weit entfernt. Für seine eigene Ausgangslage kann dieses Wochenende aber ein wichtiger Kipppunkt werden.
Martin Schindler bleibt aus deutscher Sicht zwar weiterhin der bestplatzierte Spieler in der PDC Order of Merit. Wirklich komfortabel ist seine Lage aber nicht. Der Strausberger steht auf Rang 19 und hat nur noch £23.750 Puffer auf Platz 21. Wer in dieser Zone nicht regelmäßig nachlegt, kann schnell aus den Top 20 gedrückt werden.
Dazu kommt: Schindler ist bei den wichtigen Turnieren nicht mehr automatisch in jener Position, die Spielern wie dem Niederländer aktuell hilft. Der Weltranglisten-14. steht als Top-16-Spieler deutlich besser da und nimmt dadurch bei großen Events eine andere Ausgangslage mit. Sykes wiederum muss sich vieles noch über Qualifier erspielen. Genau zwischen diesen Polen steckt Schindler derzeit: hoch genug, um weiter als deutscher Fixpunkt zu gelten, aber nicht hoch genug, um sich auf seiner Position ausruhen zu können.
Ricardo Pietreczko liegt als zweitbester Deutscher auf Rang 35, Niko Springer folgt auf Rang 42 und Gabriel Clemens auf Rang 47. Für sie bleibt der Abstand zur erweiterten Spitze deutlich größer. Bei Schindler ist die Rechnung enger: Noch hält er die Top 20, doch der Vorsprung ist kein Polster, das mehrere ruhige Wochenenden verzeiht.
Nach den Slovak Darts Open erzählt die Tabelle deshalb gleich drei Geschichten. Der Bratislava-Sieger ist endgültig in einer neuen Ranglistenregion angekommen und greift die Top 10 an. Sykes hat sein Debüt-Wochenende genutzt, um sich aus dem unteren Bereich sichtbar nach vorn zu arbeiten. Und Schindler muss aufpassen, dass Rang 19 nicht trügerisch wirkt. In der PDC Order of Merit zählt nicht der Name, sondern das nachgelegte Preisgeld.









