Mitchell Lawrie gehört zu den spannendsten Nachwuchsnamen im internationalen Dartsport. Der erst 15 Jahre alte Schotte, der unter dem Spitznamen „Wee Sox“ antritt, hat sich mit seinem Sieg bei den Denmark Open erneut für die WDF-Weltmeisterschaft im Lakeside Country Club qualifiziert und verfolgt dabei ein klares Ziel: Erst will er sich im WDF-Bereich weiter beweisen, danach soll der Schritt zur PDC folgen.
„Ich würde gerne im Januar dort auf der Bühne stehen und gut abschneiden. Das wäre mein erstes professionelles Turnier. Danach will ich den Lakeside-Titel bei den Männern gewinnen, meinen Jugendtitel verteidigen, mir meine Tour Card sichern und hoffentlich auf der ProTour gut abschneiden“, sagte Lawrie laut The Sun.
Mehr als ein Talent: Lawrie denkt schon an die Tour Card
Bemerkenswert ist dabei nicht nur sein Alter, sondern auch die Klarheit seiner Ziele. Der 15-Jährige denkt bereits mehrere Schritte voraus: WDF-Weltmeisterschaft, Titelverteidigung im Jugendbereich, später Q-School, Tour Card und ProTour. Damit wählt er zunächst einen anderen Weg als viele Talente, die möglichst schnell in Richtung PDC schauen.
Für den Schotten kann dieser Zwischenschritt sinnvoll sein. Die WDF bietet ihm Spielpraxis, große Bühnen und die Chance, sich in längeren Turnierverläufen gegen erfahrene Gegner zu behaupten. Gerade bei jungen Spielern geht es nicht nur um hohe Averages oder einzelne starke Matches, sondern auch um Routine, Belastbarkeit und die Fähigkeit, Aufmerksamkeit über längere Zeit auszuhalten.
Kein zweiter Littler, sondern ein eigener Weg
Natürlich liegt der Vergleich mit Luke Littler nahe. Auch Lawrie ist jung, erfolgreich und steht früh im Fokus. Der Schotte selbst hat diese Vergleiche aber bereits zurückgewiesen. Laut Talksport erklärte Lawrie, er werde immer Mitchell Lawrie bleiben und nicht Luke Littler sein.
Genau das macht die Geschichte interessant: Er muss nicht der nächste Littler sein, um ein außergewöhnliches Talent zu sein. Der Dartsport erlebt gerade eine Phase, in der junge Spieler deutlich früher sichtbar werden. JDC, WDF, Development Tour und später Q-School bieten verschiedene Wege nach oben. Lawrie steht exemplarisch für diese neue Generation: früh gefördert, früh erfolgreich, aber noch mit mehreren Entwicklungsschritten vor sich.
PDC-Perspektive bleibt das große Ziel
Langfristig führt der Blick dennoch Richtung PDC. Eine Tour Card wäre für den Youngster der Eintritt in den härtesten Alltag des Dartsports: Players Championship, Qualifikationsturniere, Ranglistenstress und regelmäßige Duelle mit erfahrenen Profis. Genau deshalb ist der Weg über WDF und Lakeside kein Umweg, sondern kann Teil der Vorbereitung sein.
Noch ist Lawrie vor allem ein Versprechen für die Zukunft. Aber eines mit Substanz. Wer in diesem Alter bereits Titel gewinnt, Lakeside-Erfahrung sammelt und klare Karriereziele formuliert, wird in den kommenden Jahren automatisch genauer beobachtet werden.
Für den Moment bleibt die Geschichte aber angenehm einfach: Ein 15-jähriger Schotte will erst Lakeside erobern und danach den nächsten Schritt wagen. Wenn „Wee Sox“ diesen Weg weitergeht, dürfte sein Name im internationalen Dartsport noch deutlich häufiger auftauchen.







