Gerwyn Price gewinnt den European Darts Grand Prix 2026 – so lief der Finaltag

Der Finaltag (19.04.) des European Darts Grand Prix 2026 in Sindelfingen hat das Turnier mit mehreren klaren Wendepunkten entschieden. Martin Schindler hielt die deutsche Hoffnung bis ins Viertelfinale am Leben, Michael van Gerwen schied überraschend gegen Wessel Nijman aus, Gerwyn Price zog mit einem Shanghai-Finish ins Finale ein und gewann dort mit 8:6 gegen Ross Smith. Damit bekam das Turnier am Abend genau die Zuspitzung, die sich schon im Laufe des Nachmittags abgezeichnet hatte: deutsche Relevanz, enge K.o.-Matches, überraschende Wendungen und am Ende ein Endspiel zwischen zwei Spielern, die sich ihren Lauf an diesem Sonntag verdient hatten.

Schon die Achtelfinals brachten am Nachmittag mehrere markante Geschichten. Krzysztof Ratajski setzte sich mit 6:2 gegen Joe Cullen durch, Danny Noppert bezwang Niko Springer mit 6:4, Nathan Aspinall schlug James Wade mit 6:3 und Ross Smith rang Josh Rock mit 6:5 nieder. Dazu kamen der knappe 6:5-Erfolg von Michael van Gerwen gegen Jermaine Wattimena, Wessel Nijmans 6:3 gegen Stephen Bunting, Martin Schindlers starkes 6:1 gegen Jonny Clayton und Gerwyn Price‚ 6:4 gegen Chris Dobey. Spätestens nach dieser Runde war klar, dass dieser Sonntag in Sindelfingen offen bleiben würde.

Schindler stark, van Gerwen raus: Der Finaltag nimmt früh Fahrt auf

Aus deutscher Sicht richtete sich der Blick vor allem auf Martin Schindler und Niko Springer. Springer lieferte gegen Danny Noppert ein ordentliches Achtelfinale, musste sich am Ende aber mit 4:6 geschlagen geben. Schindler machte es besser und dominierte Jonny Clayton beim 6:1 bemerkenswert deutlich. Vor allem der 100,98er Average zeigte, wie stark der Deutsche in dieser Phase spielte. Damit trug Schindler die deutsche Perspektive bis in den Abend hinein und sorgte dafür, dass das Turnier aus heimischer Sicht nicht schon früh an Spannung verlor.

Im Viertelfinale wartete dann jedoch Gerwyn Price. Schindler hielt das Match offen, spielte erneut auf gutem Niveau, verlor am Ende aber knapp mit 5:6. Gerade deshalb war diese Niederlage eher ärgerlich als enttäuschend. Der Deutsche war im Match, hielt den Druck hoch und gab Price das Viertelfinale nicht einfach mit. Für den weiteren Turnierverlauf war dieser knappe Ausgang wichtig, weil Price dadurch nicht nur ins Halbfinale einzog, sondern schon ein intensives Match in den Beinen hatte.

Parallel dazu bekam der Finaltag einen seiner größten Wendepunkte durch das Aus von Michael van Gerwen. Der Niederländer hatte im Achtelfinale gegen Jermaine Wattimena noch mit 6:5 überlebt, musste sich im Viertelfinale aber Wessel Nijman mit 2:6 geschlagen geben. Das war nicht nur ein überraschendes Resultat, sondern auch eines, das den Turnierbaum komplett veränderte. Nijman nutzte die Chance stark, spielte mutig und zog verdient ins Halbfinale ein.

Ross Smith kämpft sich durch, Price setzt im Halbfinale das Ausrufezeichen

Im oberen Teil des Turnierbaums spielte sich Ross Smith in mehreren harten Partien bis ins Endspiel. Nach dem 6:5 gegen Josh Rock folgte im Viertelfinale ein 6:4 gegen Nathan Aspinall, ehe Smith im Halbfinale Krzysztof Ratajski mit 7:5 bezwang. Gerade dieses Halbfinale war für Smith wichtig, weil es kein glatter Durchmarsch war, sondern ein Match, in dem er Stabilität und Timing brauchte. Genau das brachte ihn am Abend ins Finale.

Das zweite Halbfinale wurde dann zum auffälligsten Moment des Abends vor dem Endspiel. Gerwyn Price setzte sich mit 7:4 gegen Wessel Nijman durch und beendete die Partie mit einem Shanghai-Finish. Das war nicht nur spielerisch stark, sondern auch atmosphärisch ein echtes Signal. Ein solches Finish im Halbfinale hebt einen Finaleinzug noch einmal sichtbar an und gab Prices Abend zusätzliche Schärfe. Nijman verkaufte sich gut, hatte mit seinem Lauf bis in die Vorschlussrunde ohnehin bereits ein starkes Turnier gespielt, kam gegen Price in diesem Moment aber nicht mehr zurück.

Im Finale kippt Price das Match und holt sich den Titel

Schon vor dem ersten Dart im Finale war die Stimmung in Sindelfingen auffällig stark. In der Halle sang das Publikum bei Phil Collins’ „In the Air Tonight“ hörbar mit und gab dem Endspiel damit schon vor dem Walk-on eine spürbar aufgeladene Bühne. Das passte zu einem Abend, der längst mehr war als nur der formale Abschluss eines European-Tour-Events.

Im Finale traf Gerwyn Price dann auf Ross Smith – und das Match blieb bis in die Schlussphase offen. Price setzte sich am Ende mit 8:6 durch und holte sich damit den Titel beim European Darts Grand Prix 2026. Smith hielt das Endspiel lange eng und blieb bis zum Schluss im Rennen, doch in den entscheidenden Legs fand Price die besseren Antworten. Genau dort machte er am Ende den Unterschied.

Auch emotional war zu spüren, wie viel auf diesem Match lag. Gerwyn Price reagierte nach dem Gewinn von Leg 3 mit einem lauten Jubelschrei und machte damit früh deutlich, wie viel dieses Endspiel für ihn bedeutete. Als Price später auf 5:6 verkürzte, folgte sofort sein typischer Befreiungsschrei – ein klares Zeichen dafür, wie viel Druck und Emotion in dieser Schlussphase des Finals lagen. Genau in dieser Phase drehte Price das Match endgültig zu seinen Gunsten.

Price holt Titel, £35.000 und einen Sprung im Ranking

Mit dem 8:6 gegen Ross Smith sicherte sich Gerwyn Price nicht nur den Titel in Sindelfingen, sondern auch das Siegerpreisgeld von £35.000. Für den Finalisten Ross Smith blieben £15.000. Mit dem Sieg beim European Darts Grand Prix 2026 machte Price außerdem auch in der PDC Order of Merit Boden gut: Im Live-Ranking ging es für ihn um drei Plätze nach oben auf Rang sieben.

Unterm Strich war der Finaltag des European Darts Grand Prix 2026 genau die Art von Sonntag, die ein European-Tour-Turnier aufwertet. Es gab einen starken deutschen Lauf durch Martin Schindler, ein überraschendes Aus von Michael van Gerwen, einen bemerkenswerten Auftritt von Wessel Nijman, ein starkes Halbfinale von Ross Smith und schließlich einen Sieger, der sein Turnier mit einem besonderen Finish im Halbfinale und einem engen Finalsieg abrundete. Gerwyn Price traf am Ende die entscheidenden Momente besser als alle anderen – und holte sich genau deshalb verdient den Titel in Sindelfingen.

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