Gary Anderson wird beim Grand Slam of Darts 2026 fehlen. Der zweimalige Weltmeister verzichtete auf den Tour-Card-Holder-Qualifier am Freitag, 6. November, in Leicester. Damit ließ der 55-jährige Schotte seine letzte Chance ungenutzt, sich für das Turnier in Wolverhampton zu qualifizieren. Seit der Premiere 2007 hatte der Schotte zuvor lediglich eine Ausgabe des Grand Slam verpasst.
Seine Entscheidung kam nicht völlig überraschend. Bereits Ende September hatte er in einem Interview mit Online Darts erklärt, warum er den zusätzlichen Qualifikationsweg grundsätzlich ablehnt. Der Schotte möchte sich die Teilnahme durch seine Leistungen im regulären Turnierkalender verdienen. Seine Haltung formulierte er damals so: „Dann versuche ich nicht durch die Hintertür über einen Qualifier reinzukommen. Das mache ich nicht, denn dann habe ich es nicht verdient.“
Der 55-Jährige hatte dabei betont, dass er an seinen Prinzipien festhalten wolle. Entsprechend passt sein Verzicht auf den letzten Grand-Slam-Qualifier zu seiner bereits zuvor öffentlich erklärten Haltung.
Ein weiterer Faktor seiner Saisonplanung ist das Familienleben. Er nimmt längst nicht mehr an jedem Turnier der Players Championship oder European Tour teil. In einem weiteren Gespräch mit Online Darts im Oktober erklärte er die Schwierigkeiten, seinen Beruf und private Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren: „Aber ich habe ein eigenes Leben und eine Familie, um die ich mich kümmern muss. Beides unter einen Hut zu bringen, ist schwierig.“
Anderson räumte zugleich ein, dass er wegen seines reduzierten Turnierprogramms selbst die Verantwortung für mögliche verpasste Qualifikationen trage. Einen konkreten familiären Anlass für sein Fehlen am 6. November nannte er allerdings nicht.
Beim Qualifier in Leicester kämpften 91 Spieler um zehn Startplätze. Stephen Bunting, Joe Cullen und Niko Springer gehörten zu den erfolgreichen Qualifikanten. Springer besiegte Stefaan Henderyck im entscheidenden Spiel mit 5:1 und erzielte einen Average von 112,25 Punkten. Michael Smith und Peter Wright versuchten ebenfalls, sich zu qualifizieren, verpassten jedoch das Ticket. Gary Anderson trat dagegen gar nicht erst an.
Andersons Grand-Slam-Bilanz und sein nächster Auftritt
Für „The Flying Scotsman“ ist es eine seltene Abwesenheit beim Grand Slam. Seit der ersten Austragung 2007 gehörte er nahezu durchgehend zum Teilnehmerfeld. Seine bislang einzige verpasste Ausgabe war 2022. Schon bei der Premiere erreichte Anderson das Halbfinale und unterstrich damit früh seine Klasse auf der großen Bühne.
Zweimal stand der Schotte sogar im Endspiel. 2011 unterlag er Phil Taylor deutlich mit 4:16, sieben Jahre später musste er sich Gerwyn Price nach einem umkämpften Finale mit 13:16 geschlagen geben. Trotz seiner zahlreichen Erfolge und zwei Weltmeistertiteln fehlt ihm der Grand-Slam-Titel weiterhin in seiner Sammlung.
Sportlich zeigte Anderson unmittelbar vor dem ausgelassenen Qualifier, dass er weiterhin konkurrenzfähig ist. Bei Players Championship 33 am 4. November erreichte er das Halbfinale. Einen Tag später sicherte sich der Schotte mit einem Auftaktsieg gegen Andy Boulton bei PC 34 die Teilnahme an den Finals der Floor-Serie.
Damit steht für Gary Anderson bereits der nächste große Auftritt fest. Vom 27. bis 29. November wird er in Minehead antreten. Bei den Players Championship Finals trifft „The Flying Scotsman“ in der ersten Runde auf Karel Sedlacek. Der Grand Slam of Darts 2026 findet unterdessen vom 14. bis 22. November im WV Active Aldersley in Wolverhampton statt. Erstmals kämpfen 48 Spieler in 16 Dreiergruppen um den Einzug ins Achtelfinale. Nur die jeweiligen Gruppensieger kommen weiter.
Während Gary Anderson in Wolverhampton fehlen wird, bietet sich ihm in Minehead eine weitere Gelegenheit, seine Saison mit einem starken Ergebnis abzuschließen.










