Ricky Evans löst Grand-Slam-Ticket – WM-Teilnahme noch möglich

Ricky Evans hat sich am Freitag (6. November) für den Grand Slam of Darts 2026 qualifiziert – mit einer beeindruckenden Aufholjagd nach einem 0:3-Rückstand. Beim Tour Card Holder Qualifier in Leicester gewann der Engländer gegen Cristo Reyes fünf Legs in Folge und sicherte sich mit 5:3 das Ticket für Wolverhampton. Einen Tag zuvor war seine direkte WM-Qualifikation über die ProTour gescheitert.

91 Spieler kämpften in der Mattioli Arena um zehn verbleibende Grand-Slam-Plätze. Der 36-Jährige bezwang zunächst Thomas Lovely mit 5:3 und William O’Connor mit 5:4. Im entscheidenden Match gegen Reyes bewies der Engländer dann Nervenstärke: Mit Checkouts von 161, 70, 100 und schließlich 124 Punkten drehte er das Spiel. Das letzte Finish besiegelte seine zweite Qualifikation über diesen Weg in Folge.

„Rapid“ kämpft weiter um die Darts-WM 2027

Nach dem Sieg reagierte Evans mit seinem gewohnten trockenen Humor. Gegenüber Oche180 sagte er: „Gerade als ihr dachtet: Gott sei Dank, kein Rapid Ricky mehr auf euren Fernsehbildschirmen. Da spielt er plötzlich richtig gut. Blödes Spiel.“ Hinter dem Scherz steckt eine schwierige Saison, in der ihm vor allem bei den nicht im Fernsehen übertragenen Floor-Turnieren die Ergebnisse fehlten.

Schon vor dem Qualifikationsturnier hatte Evans in einem Interview mit Online Darts über seine Probleme gesprochen. Er berichtete von schlaflosen Nächten und Niederlagen, die ihn emotional belasteten. Besonders die ersten Runden machten ihm zu schaffen. Seine Einschätzung fiel deutlich aus: „Ich muss nur die erste Runde überstehen. Das ist mein Problem. Für manche Spieler muss ein Floor-Match gegen mich ein Traum sein.“

Auf der großen Bühne hat „Rapid“ dagegen zuletzt gezeigt, was in ihm steckt. Beim Grand Slam 2025 schlug er Luke Woodhouse im Achtelfinale mit 10:9. Erst Gerwyn Price stoppte ihn im Viertelfinale mit 16:9. Der erneute Startplatz bietet ihm nun die Chance, diesen Erfolg zu wiederholen – und seine Lage in der Weltrangliste zu verbessern.

Denn das Grand-Slam-Ticket ist noch kein WM-Ticket. Für die Weltmeisterschaft 2026/27 qualifizieren sich die ersten 40 Spieler der PDC Order of Merit direkt. Hinzu kommen die 40 bestplatzierten, noch nicht qualifizierten Spieler der ProTour-Rangliste. Diesen zweiten Weg hat Evans nach dem letzten Players-Championship-Turnier verpasst. Das beim Grand Slam gewonnene Preisgeld könnte ihm aber noch helfen, die Top 40 der Weltrangliste zu erreichen.

Maßgeblich ist der Ranglistenstand nach den Players Championship Finals am 29. November. Gelingt Evans der Sprung nicht, bleibt ihm am 30. November noch der Tour Card Holder Qualifier mit vier WM-Startplätzen.

Auch Stephen Bunting, Joe Cullen und Niko Springer kamen am Freitag durch. Springer überzeugte im entscheidenden Spiel mit einem Average von 112,25 Punkten; Michael Smith, Danny Noppert und Damon Heta gingen leer aus. Der Grand Slam läuft vom 14. bis 22. November. Erstmals spielen 48 Teilnehmer in 16 Dreiergruppen, aus denen nur die Sieger das Achtelfinale erreichen. Jeder Spieler bestreitet dabei lediglich zwei Gruppenspiele.

Die Auslosung ist für Montag, den 9. November, angesetzt. Für Evans bedeutet der neue Modus, dass schon ein Fehlstart seine Chancen empfindlich schmälern kann. In Wolverhampton kämpft der Engländer damit nicht nur um den Grand-Slam-Erfolg, sondern auch um seine Teilnahme an der Darts-WM 2027.

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