Bei der World Series of Darts könnte sich die Auswahl der eingeladenen Spieler künftig verändern. Barry Hearn hat angedeutet, dass die Position in der Weltrangliste bei der Besetzung der internationalen Turniere möglicherweise weniger Gewicht bekommen wird. Stattdessen könnte die PDC verstärkt junge und aufstrebende Spieler auf die große Bühne schicken, um sie frühzeitig an das Niveau großer TV-Events heranzuführen.
Im Gespräch mit Online Darts machte Hearn deutlich, dass die PDC bei der World Series nicht ausschließlich auf die etablierten Namen setzen will. Die Serie müsse sich weiterentwickeln und dürfe nicht einfach nach einem festen Muster fortgeführt werden. Gerade bei der Auswahl der Teilnehmer sieht der frühere PDC-Vorsitzende Spielraum für Veränderungen.
„Wir müssen immer einen Schritt vorausdenken“, erklärte Hearn mit Blick auf die World Series. Eine Möglichkeit sei, gezielt Spieler einzuladen, die in der Weltrangliste noch nicht ganz oben stehen, aber großes Potenzial besitzen. Für diese Akteure könnten die internationalen Turniere zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Entwicklung werden.
World Series könnte stärker zur Bühne für kommende Topspieler werden
Hearn sieht die World Series dabei nicht nur als sportlichen Wettbewerb. Junge Spieler sollen auf den internationalen Bühnen lernen, mit großen Zuschauermengen, Medienauftritten und dem zusätzlichen Druck eines TV-Turniers umzugehen. Genau diese Erfahrungen könnten später entscheidend sein, wenn ein Spieler dauerhaft zur Weltspitze gehören oder für Wettbewerbe wie die Premier League infrage kommen soll.
Hearn machte deutlich, dass die Weltrangliste bei diesen Überlegungen künftig weniger entscheidend sein könnte. „Ich denke, die Rangliste wird, gerade für die World Series, weniger wichtig werden als in der Vergangenheit“, sagte er. Eine konkrete Änderung des Auswahlverfahrens hat die PDC bislang allerdings nicht bekanntgegeben. Es handelt sich deshalb zunächst um eine mögliche Entwicklung und nicht um eine bereits beschlossene neue Regel.
Als Beispiele für Spieler, die von einem solchen Ansatz profitieren könnten, nannte Hearn Josh Rock und Wessel Nijman. Beide gehören zu einer Generation, der in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle im professionellen Darts zugetraut wird. Rock hat bereits Erfahrungen bei World-Series-Turnieren gesammelt, während Nijman sich mit seinen Leistungen auf der PDC-Tour zunehmend in den Vordergrund gespielt hat.
Vor allem der Niederländer scheint bei Hearn Eindruck hinterlassen zu haben. Er bezeichnete Nijman als einen Spieler, der „spektakulär“ aussehe und die Erfahrung auf den großen Bühnen benötige, um den nächsten Schritt zu machen. Dabei geht es nach Hearns Ansicht nicht allein darum, ob ein Spieler am Board das notwendige Niveau besitzt. Auch der Umgang mit Medien, Zuschauern und der besonderen Atmosphäre großer Veranstaltungen gehört für ihn zur Entwicklung eines zukünftigen Topspielers.
Gleichzeitig bedeutet der mögliche Kurswechsel nicht, dass die etablierten Stars aus der World Series verschwinden sollen. Hearn betonte ausdrücklich, dass die großen Namen weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Spieler wie Luke Littler, Luke Humphries oder Michael van Gerwen ziehen weltweit Zuschauer an und sind für Veranstalter und TV-Partner ein wichtiger Bestandteil der Serie.
Die Herausforderung für die PDC dürfte deshalb darin liegen, künftig eine stärkere Mischung zu finden. Neben den bekannten Zugpferden könnten gezielt Spieler eingebaut werden, denen man langfristig den Sprung an die Spitze zutraut. Damit würde die World Series neben ihrem bisherigen Charakter als internationale Showcase-Serie zusätzlich zu einer wichtigen Bühne für die nächste Generation werden.
Hearn machte zugleich deutlich, dass frühere Verdienste allein künftig keine Garantie für Einladungen darstellen sollen. Aus seiner Sicht muss die PDC bei der Auswahl auch darauf achten, welche Spieler aktuell sportlich interessant sind und welches Entwicklungspotenzial sie mitbringen. Für einen wachsenden Sport sei es notwendig, dass neue Namen nachrücken und sich selbst zu Stars entwickeln.
Genau darin liegt die interessante Konsequenz seiner Aussagen. Sollte die PDC diesen Ansatz tatsächlich stärker verfolgen, wäre eine Einladung zur World Series künftig weniger eng an die aktuelle Position in der Order of Merit gebunden. Form, Entwicklungspotenzial und die Frage, wem die PDC den nächsten großen Schritt zutraut, würden stärker in den Vordergrund rücken.
Für Spieler wie Nijman wäre das eine zusätzliche Möglichkeit, sich frühzeitig auf internationaler Bühne zu beweisen. Gleichzeitig bliebe der sportliche Druck hoch. Hearn verwies darauf, dass nicht jeder Spieler mit dem Sprung auf die ganz große Bühne sofort zurechtkommt. Gerade deshalb könne die World Series helfen, herauszufinden, wer für noch größere Aufgaben bereit ist.
Ob und wann die PDC ihre Auswahlkriterien tatsächlich verändert, bleibt offen. Hearns Aussagen zeigen aber, dass hinter den Kulissen über eine Weiterentwicklung der World Series nachgedacht wird. Statt ausschließlich die aktuelle Rangliste abzubilden, könnte die Serie künftig stärker dazu dienen, die Stars von morgen aufzubauen – ohne dabei auf die bekannten Publikumsmagneten zu verzichten.









