Die Halbfinalisten beim World Cup of Darts 2026 stehen fest. England, Schottland, Nordirland und die Niederlande haben sich in Frankfurt durchgesetzt und kämpfen am Sonntagabend um den Titel. Der Viertelfinaltag lieferte dabei gleich mehrere große Geschichten: Luke Littlers Big Fish gegen Wales, Josh Rocks 144er-Checkout im Decider gegen Lettland, Schottlands Effizienz gegen Irland und das Aus von Deutschland gegen die Niederlande.
- Schottland – Irland 8:5
- England – Wales 8:7
- Nordirland – Lettland 8:7
- Niederlande – Deutschland 8:4
Besonders England und Nordirland mussten tief gehen. Beide Favoriten standen in echten Decider-Dramen, beide überlebten. Während Littler mit einem 170er-Finish den Moment des Spiels gegen Wales lieferte, beendete Rock das lettische Märchen mit einem 144er-Checkout zum Match.
Littler checkt den Big Fish: England übersteht Wales-Drama
England hat das dramatischste Viertelfinale der Session gewonnen. Luke Littler und Luke Humphries setzten sich gegen Jonny Clayton und Nick Kenny mit 8:7 durch und zogen damit ins Halbfinale ein. Wales verlangte dem topgesetzten Duo alles ab und erzwang nach einem späten englischen Führungstreffer sogar noch den Decider.
Der Moment des Spiels gehörte Littler. Beim Stand von 6:6 checkte „The Nuke“ 170 Punkte, den berühmten Big Fish, und brachte England mit 7:6 in Führung. Wales schlug noch einmal zurück und stellte auf 7:7, doch im Entscheidungsleg retteten sich Littler und Humphries ins Halbfinale.
Auch die Statistiken zeigten, wie eng dieses Viertelfinale war. England spielte einen Average von 96,50, Wales kam auf 93,58. Bei den 180ern lag Wales mit 5:4 sogar knapp vorne, die 140+-Aufnahmen waren mit 14:14 ausgeglichen. Den Unterschied machten am Ende die Doppel: England traf 8 von 21 Checkdarts, Wales 7 von 23. Das höchste Finish des Spiels war Littlers 170er.
Schottland schlägt Irland: Anderson und Menzies bleiben auf Kurs
Schottland hatte zuvor das Duell mit Irland gewonnen. Gary Anderson und Cameron Menzies setzten sich gegen William O’Connor und Mickey Mansell mit 8:5 durch. Damit blieb Schottland auf Halbfinalkurs und machte das Duell mit England am Abend perfekt.
Schon früh setzte Schottland ein Zeichen. In einem Leg machte das Duo aus, während Irland noch über 200 Rest stand – ein klassischer Jugging-Moment. Danach blieb das Match zwar umkämpft, doch Schottland wirkte auf den entscheidenden Darts konsequenter.
Die Zahlen passten zum Eindruck. Schottland spielte einen Average von 99,64, Irland lag mit 96,39 nicht weit dahinter. Irland warf sogar sechs 180er, Schottland kam auf vier. Auf den Doppeln war der Unterschied aber deutlich: Schottland traf 50 Prozent seiner Checkouts, Irland nur 20,83 Prozent. Das höchste Checkout Schottlands lag bei 120 Punkten, Irland kam auf 110.
Rock rettet Nordirland: 144er-Checkout beendet Lettlands Traum
Auch Titelverteidiger Nordirland musste beim World Cup of Darts im Viertelfinale durch ein echtes Drama. Josh Rock und Daryl Gurney lagen gegen Madars Razma und Valters Melderis früh mit 1:4 zurück. Lettland war auf dem Weg zur nächsten großen Geschichte dieses Turniers und hatte den Titelverteidiger lange am Rand der Sensation.
Doch Nordirland kämpfte sich zurück. Aus dem 1:4 wurde ein offenes Spiel, später ging der Titelverteidiger selbst mit 7:6 in Führung. Lettland gab sich trotzdem nicht geschlagen und erzwang den Decider. Dort gehörte der große Moment Rock: Der Nordire checkte 144 Punkte zum 8:7 und schoss Nordirland damit ins Halbfinale.
Für Lettland endete ein beeindruckender Lauf bitter. Razma und Melderis spielten mutig, effizient und hielten Nordirland bis zum letzten Leg unter Druck. Nordirland kam auf einen Average von 96,00, Lettland auf 92,78. Besonders auffällig: Lettland traf 7 von 9 Darts auf Doppel, Nordirland 8 von 15. Am Ende reichte die starke lettische Doppelquote aber nicht, weil Rock im entscheidenden Moment das große Finish fand.
Niederlande zieht Deutschland nach der Pause den Zahn
Im letzten Viertelfinale erwischte Deutschland zunächst den besseren Start. Martin Schindler und Ricardo Pietreczko gingen gegen Michael van Gerwen und Gian van Veen früh mit 2:0 in Führung. Das niederländische Duo fand jedoch schnell zurück, glich zum 2:2 aus und drehte das Spiel noch vor der Pause. Mit 4:3 ging Oranje in das Break.
Nach der Pause bekam Deutschland kaum noch Zugriff auf die entscheidenden Momente. Schindler und Pietreczko hielten im Scoring phasenweise ordentlich mit, doch die Niederlande erhöhte den Druck, nutzte die besseren Chancen und zog Leg für Leg davon. Aus dem knappen 4:3 wurde am Ende ein deutliches 8:4 für van Gerwen und van Veen.
Die Niederlande spielte einen starken Average von 102,68, Deutschland kam auf 96,58. Beide Teams warfen vier 180er. Auffällig war aber die Verteilung im Scoring: Deutschland hatte mehr 100+-Aufnahmen, die Niederlande dafür mehr Druck in den hohen Aufnahmen und die bessere Kontrolle auf den Doppeln. Oranje traf 8 von 20 Checkdarts, Deutschland 4 von 13.
Halbfinals und Finale am Abend
Damit stehen die Halbfinals beim World Cup of Darts 2026 fest. England trifft nach dem 8:7 gegen Wales auf Schottland. Im zweiten Halbfinale bekommt es Titelverteidiger Nordirland nach dem Decider-Sieg gegen Lettland mit den Niederlanden zu tun.
Weiter geht es am Sonntagabend ab 19 Uhr. Zunächst stehen die beiden Halbfinals auf dem Programm, anschließend wird in Frankfurt auch das Finale gespielt. Eine feste Final-Uhrzeit ist nur bedingt sinnvoll, weil der Beginn von der Dauer der Halbfinals abhängt. Klar ist aber: Der neue World-Cup-Sieger wird noch am Sonntagabend gekrönt.










