World Cup of Darts 2026: Littler/Humphries erfüllen die Hype-Pflicht

Luke Littler und Luke Humphries haben geliefert. Das englische Star-Duo gewann den World Cup of Darts 2026 in Frankfurt und krönte sich nach einem 10:5 im Finale gegen die Niederlande zum Weltcup-Sieger.

Für England ist es der sechste Titel beim World Cup of Darts. Humphries gewann den Team-Wettbewerb bereits zum zweiten Mal, Littler holte seinen ersten World-Cup-Titel. Nach dem wackligen Viertelfinale gegen Wales und dem klaren Halbfinalsieg gegen Schottland zeigte England im Endspiel die stärkste Leistung des Turniers.

England liefert im Finale die Antwort

Im Finale gegen Michael van Gerwen und Gian van Veen war von der zwischenzeitlichen Unsicherheit der Vortage kaum noch etwas zu sehen. Zwar blieb die Anfangsphase eng, doch nach dem 2:2 zog England entscheidend davon. Littler und Humphries erhöhten mit starkem Scoring, wichtigen Breaks und sichereren Checkouts auf 6:2 und setzten die Niederlande damit früh massiv unter Druck.

Auch als van Gerwen und van Veen später noch einmal auf 8:5 verkürzten, ließ England das Finale nicht mehr kippen. Drei verpasste Doppel der Niederländer öffneten die Tür, Littler und Humphries nutzten sie. Am Ende stand ein 10:5, ein Average von über 104 Punkten und eine Finalleistung, die dem Anspruch an dieses Duo gerecht wurde.

Genau deshalb passte dieser Finalabend so gut zur Geschichte des englischen Duos. Littler und Humphries waren nicht nur als Favoriten nach Frankfurt gekommen, sondern als Mannschaft, von der viele fast selbstverständlich den Titel erwarteten. Nach dem frühen Aus im Vorjahr stand England unter besonderer Beobachtung. Diesmal blieb vom Zweifel am Ende wenig übrig.

Humphries spricht über Zweifel und Druck

Nach dem Finale machte Humphries deutlich, dass der Titel auch eine Reaktion auf die Diskussionen rund um das englische Team war. „Wir hatten viele Zweifler. Leute, die dachten, wir würden als Team nicht gut funktionieren und könnten es nur individuell. Deshalb bin ich stolz auf uns beide“, sagte Humphries laut PDC Europe nach dem Turnier.

Humphries sprach damit genau den Punkt an, der England durch diese World-Cup-Woche begleitete. Littler und Humphries sind individuell zwei der stärksten Spieler der Welt, doch im Doppel zählt nicht nur das einzelne Scoring. Rhythmus, Absprache, Timing auf Doppel und der Umgang mit Druck entscheiden darüber, ob zwei Topspieler auch als Team funktionieren.

Humphries selbst ordnete den Erwartungsdruck entsprechend offen ein. „Auf unseren Schultern liegt enormer Druck. Jeder erwartet, dass wir gewinnen. Das spüren wir auch. Adrian Lewis und Phil Taylor haben den Titel viermal gewonnen. Wir wollen ihn fünfmal gewinnen.“

Damit richtete Humphries den Blick direkt auf die englische World-Cup-Geschichte. Phil Taylor und Adrian Lewis prägten diesen Wettbewerb über Jahre und machten England zur erfolgreichsten Nation des Turniers. Littler und Humphries haben nun ihren ersten gemeinsamen Titel geholt. Der Anspruch ist damit aber nicht kleiner geworden, sondern eher größer.

Littler holt seinen ersten World-Cup-Titel

Für Littler war der Triumph in Frankfurt ein weiterer besonderer Schritt. Der 19-Jährige hat in kurzer Zeit bereits zahlreiche große Titel gesammelt, doch der World Cup of Darts ist anders. Hier geht es nicht nur um Einzelklasse, sondern um Verantwortung im Team und um den Anspruch, für England zu liefern.

Gerade im Viertelfinale gegen Wales zeigte sich, wie schwierig diese Rolle sein kann. England lag gegen Jonny Clayton und Nick Kenny bereits 0:4 zurück, ehe Littlers 170er-Finish zum emotionalen Wendepunkt wurde. England rettete sich in den Decider und gewann 8:7. Danach folgten ein deutliches 8:3 gegen Schottland und schließlich der Finalerfolg gegen die Niederlande.

Der Titel soll aus Littlers Sicht kein einmaliger Auftritt bleiben. „Zu 100 Prozent, ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein. Es gibt keinen Grund, den Titel zu gewinnen und im Jahr danach nicht anzutreten“, sagte Littler nach dem Finale.

Damit ist auch der Ausblick klar: England geht mit Littler und Humphries nicht nur als neuer Weltcup-Sieger in die kommenden Jahre, sondern als Maßstab für die Konkurrenz. Der Hype um dieses Duo war groß. In Frankfurt haben sie ihn erstmals gemeinsam in einen World-Cup-Titel verwandelt.

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