Ein Neun-Dart-Shootout ist ein kurzer Entscheidungswettbewerb, bei dem jeder beteiligte Spieler genau neun Darts wirft. Die erzielten Punkte werden addiert. Die höchste Gesamtpunktzahl entscheidet über die Platzierung oder das Weiterkommen.
Das Format kann nach einer Gruppenphase eingesetzt werden, wenn mehrere Spieler gleichauf liegen und die üblichen Tabellenkriterien keine eindeutige Reihenfolge ergeben. Statt eines zusätzlichen Matches entscheidet dann die reine Punkteausbeute aus drei Aufnahmen.
Der Dartbegriff klingt ähnlich wie der 9-Darter, beschreibt aber etwas völlig anderes. Beim Neun-Dart-Shootout wird kein Leg von 501 Punkten gespielt und es ist kein Checkout auf einem Doppel erforderlich. Jeder Treffer zählt ausschließlich für die Gesamtpunktzahl.
Der Neun-Dart-Shootout ist keine allgemeingültige Regel im Darts. Er kommt nur zum Einsatz, wenn das Regelwerk des jeweiligen Wettbewerbs diese Form der Entscheidung ausdrücklich vorsieht.
Zuvor werden normalerweise andere Kriterien ausgewertet. Dazu können die Anzahl der Siege, die gewonnenen Legs oder die Legdifferenz gehören. Auch der direkte Vergleich oder der Turnier-Average kann abhängig vom Wettbewerb eine Rolle spielen. Der Shootout bildet damit eine mögliche letzte Stufe eines Tie-Breaks.
Bleiben mehrere Spieler gleichauf, treten die Betroffenen nacheinander ans Oche. Jeder von ihnen wirft drei vollständige Aufnahmen. Ein Treffer in der Triple 20 zählt 60 Punkte, eine Single 20 bringt 20 Punkte und die Triple 19 ergibt 57 Punkte. Nach jedem dritten Dart wird der Score notiert. Anschließend werden die drei Aufnahmen zusammengerechnet.
Es werden keine Restpunkte berechnet und keine Doppel benötigt. Anders als bei einem klassischen 9-Darter beginnt der Spieler nicht bei 501 Punkten und muss auch nicht exakt auf null kommen.
Wie funktioniert die Wertung beim Neun-Dart-Shootout?
Eine beispielhafte Wertung mit drei Spielern kann so aussehen:
| Spieler | 1. Aufnahme | 2. Aufnahme | 3. Aufnahme | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Spieler A | 140 | 100 | 180 | 420 |
| Spieler B | 121 | 140 | 100 | 361 |
| Spieler C | 85 | 140 | 134 | 359 |
Sind zwei Plätze zu vergeben, würden Spieler A und Spieler B weiterkommen. Wird lediglich ein freier Platz ausgespielt, entscheidet der höchste Gesamtwert. Wie viele Teilnehmer weiterkommen, richtet sich nach dem jeweiligen Turnierformat.
Erzielen zwei Spieler auch im Shootout dieselbe Gesamtpunktzahl, bestimmt ebenfalls das Regelwerk des Wettbewerbs das weitere Vorgehen. Deshalb lässt sich für einen erneuten Gleichstand keine allgemeingültige Entscheidung festlegen.
Taktisch beginnt der Shootout bei der Wahl der richtigen Felder. Die Triple 20 bietet mit 60 Punkten den höchsten Wert und ist deshalb das bevorzugte Ziel. Steckt ein Dart jedoch ungünstig und versperrt einen Teil des Feldes, kann der Wechsel auf die Triple 19 sinnvoll sein. Da kein Checkout vorbereitet werden muss, zählt ausschließlich der größtmögliche Score.
Damit unterscheidet sich der Shootout auch vom normalen [Scoring](https://dartsinside.de/scoring-im-darts-erklaert-warum-hohe-punkte-nicht-alles-sind/) innerhalb eines Legs. Dort müssen Spieler ihre Punkte nicht nur schnell reduzieren, sondern gleichzeitig einen günstigen Finishweg erreichen. Im Shootout spielen Restzahlen und Doppel keine Rolle.
Die begrenzte Zahl der Würfe erhöht den Druck. Neun Darts bieten kaum Zeit, einen schwachen Start auszugleichen. Eine Aufnahme ohne Triple kann bereits entscheidend sein. Gleichzeitig müssen die Spieler erkennen, wann sie einem Feld treu bleiben und wann ein Wechsel die bessere Aussicht auf einen hohen Score bietet.
Der Neun-Dart-Shootout ist kein perfektes Leg, sondern ein Scoring-Test unter hohem Druck: neun Würfe, eine Gesamtpunktzahl und kaum Raum für Fehler.










