World Matchplay Race 2026: Schindler & Springer auf Kurs – Smith droht Blackpool-Aus

Zwei ProTour-Tage bleiben, dann ist Blackpool entweder gesichert oder weg. Das World-Matchplay-Race geht nach den Slovak Darts Open in die Phase, in der alte Namen nichts mehr wert sind, wenn die Rangliste nicht mitspielt.

Nach den Slovak Darts Open ist die Lage vor Blackpool deutlich klarer, aber noch nicht abgeschlossen. Zwei Players-Championship-Turniere bleiben, dann steht fest, welche 32 Spieler im Juli in den Winter Gardens antreten dürfen.

Für Martin Schindler und Niko Springer sieht die Ausgangslage aktuell gut aus. Schindler liegt über seine Position in der Order of Merit stabil im Feld, Springer wird über die ProTour-Wertung stark geführt. Auch Kevin Doets steht nach seiner starken Saison weiterhin in einer guten Position. Genau das zeigt, wie sehr sich die Kräfteverhältnisse im Feld verschoben haben.

Denn während mehrere neue oder formstarke Namen Richtung Blackpool drängen, stehen andere plötzlich unter massivem Druck. Der prominenteste Fall ist Michael Smith. Der frühere Weltmeister ist in der Order of Merit auf Rang 33 abgerutscht und wäre nach aktuellem Stand nicht über die Top 16 gesetzt. Auch über die ProTour-Wertung sieht seine Lage schwierig aus. Für einen Spieler, der vor wenigen Jahren noch die Nummer eins der Welt war, ist das kein normaler Formknick mehr. Es ist ein Ranglistenproblem mit direkter Konsequenz.

Das World Matchplay verzeiht keine schwache Phase. Anders als bei manchen anderen TV-Turnieren gibt es keine großen Hintertüren, keine langen Qualifier-Erzählungen und keine Einladung aus alter Größe. Die besten 16 der Order of Merit sind gesetzt, dazu kommen die besten 16 Spieler der ProTour Order of Merit, die noch nicht über die Weltrangliste qualifiziert sind. Wer in beiden Listen nicht rechtzeitig genug Preisgeld gesammelt hat, schaut in Blackpool zu.

Nur noch zwei Turniere bis zum Cut-off

Genau deshalb sind Players Championship 23 und 24 mehr als zwei normale ProTour-Tage. Sie sind die letzten echten Korrekturmöglichkeiten vor dem Cut-off. Große Sprünge sind in dieser Phase zwar schwer, aber nicht unmöglich. Ein Halbfinale, ein Finale oder ein Titel können auf der ProTour noch einmal Bewegung bringen – besonders für Spieler, die knapp unter oder knapp über der Linie stehen.

Aktuell liegt Damon Heta in der ProTour-Wertung auf einem der letzten relevanten Plätze. Dahinter lauert Dave Chisnall, der damit ausgerechnet beim World Matchplay in Gefahr gerät. Chisnall gehört seit Jahren zu den festen Namen rund um die großen Sommerturniere, doch 2026 ist sein Vorsprung nicht mehr vorhanden. Auch Kim Huybrechts, Sebastian Bialecki und Karel Sedlacek stehen in der Verfolgergruppe. Sie brauchen nicht nur gute Tage, sondern fast perfekte ProTour-Ergebnisse.

Für Schindler ist die Lage anders. Der Deutsche hat sich über seine Ranglistenposition eine deutlich stabilere Ausgangslage erarbeitet. Das ist wichtig, auch wenn seine Saison 2026 sportlich nicht immer so dominant wirkt, wie der Ranglistenplatz vermuten lässt. Schindler profitiert noch von älteren Preisgeldblöcken, aber für Blackpool reicht diese Substanz aktuell. Das macht den Druck nicht kleiner, aber es verschiebt ihn: Für das World Matchplay geht es eher darum, den Platz abzusichern und mit Form in den Sommer zu kommen.

Springer ist die spannendere deutsche Geschichte. Der „Meenzer Bub“ steht nicht über die große Order of Merit im Feld, sondern über seine ProTour-Leistung. Das ist sportlich vielleicht sogar aussagekräftiger, weil es zeigt, dass seine Saison nicht nur aus einzelnen Achtungserfolgen besteht. Springer hat sich über viele kleine und mittlere Ergebnisse in eine Position gespielt, die vor einem Jahr noch deutlich weiter weg wirkte. Für ihn wäre Blackpool mehr als nur ein weiterer TV-Start. Es wäre der Beleg, dass seine Entwicklung inzwischen auch im härteren Ranglistensystem greift.

Doets passt in dieselbe Kategorie. Der Niederländer hat 2026 bereits gezeigt, dass er nicht mehr nur gefährlich, sondern dauerhaft relevant ist. Seine Position im Race ist deshalb kein Zufall, sondern die Folge einer Saison, in der er sich Schritt für Schritt in Richtung TV-Bühnen gearbeitet hat.

Genau das macht dieses World-Matchplay-Race so interessant. Es ist nicht nur eine Liste mit 32 Namen. Es erzählt gerade, wer noch von altem Status lebt, wer neuen Druck erzeugt und wer den nächsten Schritt wirklich verdient. Smith kämpft gegen den Absturz aus der großen Bühne, Chisnall gegen eine ungewohnte Lücke im Kalender, Heta gegen den Schleudersitz. Schindler, Springer und Doets stehen dagegen für eine andere Bewegung: Spieler, die sich über Ranglistenarbeit, ProTour-Konstanz und genau die unspektakulären Preisgeldtage in Position gebracht haben.

Final ist noch nichts. Aber nach Bratislava ist klar: Das World Matchplay 2026 beginnt nicht erst in Blackpool. Für einige Spieler beginnt es schon am 6. und 7. Juli in Leicester.

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