Das Rennen um die letzten Plätze beim World Matchplay 2026 geht in die entscheidende Phase. Vor dem Cut-off am 8. Juli stehen nur noch zwei Players-Championship-Turniere in Leicester auf dem Programm. Danach ist klar, welche 32 Spieler im Juli im Winter Gardens in Blackpool antreten dürfen.
Der Modus macht die Lage besonders spannend: Die Top 16 der PDC Order of Merit qualifizieren sich als gesetzte Spieler. Dazu kommen die besten 16 noch nicht qualifizierten Spieler der ProTour Order of Merit. Genau in diesem zweiten Block liegt vor den letzten beiden Turnieren die meiste Bewegung.
Aus deutscher Sicht ist vor allem Niko Springer der große Name im Rennen. Der 24-Jährige steht in der ProTour Order of Merit aktuell bei £108.250 und liegt damit nach jetzigem Stand klar auf Kurs. Für Springer wäre es zugleich die Qualifikation zum World Matchplay in Blackpool und der nächste große Schritt in einer Saison, in der er sich immer stärker im PDC-Feld festsetzt.
Auch Martin Schindler ist weiter auf Kurs. Der Strausberger steht zwar in der PDC Order of Merit aktuell auf Rang 19 und damit knapp außerhalb der gesetzten Top 16, wäre aber über die Pro Tour Order of Merit erneut qualifiziert. Mit £101.000 liegt Schindler in diesem Race derzeit im sicheren Bereich.
Chisnall steht unter Druck
Während Springer vor der Qualifikation steht und Schindler wieder Richtung Blackpool steuert, droht einem etablierten Namen das Aus: Dave Chisnall. „Chizzy“ liegt in der ProTour-Ranging aktuell bei £76.000 und wäre damit nach jetzigem Stand nicht im Feld. Der letzte provisorische Qualifikationsplatz liegt bei Damon Heta mit £81.250. Dem 45-Jährigen fehlen damit rund £5.250 auf die Cut-off-Zone.
Das ist keine uneinholbare Lücke, aber eine unangenehme Ausgangslage. Bei zwei verbleibenden Players-Championship-Turnieren kann sich die Tabelle noch verschieben. Ein Halbfinale oder ein sehr starkes Doppelturnier in Leicester könnte „Chizzy“ wieder ins Rennen bringen. Kleinere Preisgeldblöcke reichen dagegen möglicherweise nicht, wenn die direkte Konkurrenz ebenfalls punktet.
Gerade beim 45-Jährigen wäre ein Fehlen auffällig. Der Engländer gehörte über viele Jahre fest zum World-Matchplay-Feld und war in Blackpool regelmäßig Teil der großen TV-Abende. Nun muss er kurz vor dem Cut-off noch einmal liefern, um eine seltene Lücke in seiner Major-Bilanz zu verhindern.
Auch Smith, Wright und Pietreczko müssen zittern
Nicht nur Chisnall steht unter Druck. Auch Michael Smith und Peter Wright sind nach aktuellem Stand nicht sicher im Feld. Smith liegt in der Order of Merit nur noch auf Rang 33, Wright auf Rang 34. Über die Pro Tour Order of Merit sind beide derzeit ebenfalls nicht nah genug dran. Für zwei ehemalige Weltmeister wäre ein verpasstes World Matchplay ein deutliches Signal, wie hart das Zwei-Jahres-System und die Pro-Tour-Qualifikation inzwischen greifen.
Aus deutscher Sicht bleibt neben Springer und Schindler auch der Blick auf Ricardo Pietreczko und Gabriel Clemens interessant. Pietreczko steht in der Weltrangliste auf Rang 35 und in der ProTour-Wertung bei £39.250. Clemens liegt im World-Matchplay-Race aktuell auf Rang 47 der Order of Merit und in der ProTour-Tabelle bei £42.500. Für beide wird es damit vor den letzten beiden Turnieren schwer, noch in Richtung Blackpool zu springen.
Die Entscheidung fällt am 6. und 7. Juli bei Players Championship 23 und 24 in Leicester. Dann geht es nicht nur um Tagessiege und Preisgeld, sondern um die letzten Tickets für eines der wichtigsten Major-Turniere des Jahres. Für Springer könnte Leicester den Weg nach Blackpool endgültig freimachen. Für Chisnall, Smith, Wright und Pietreczko droht dagegen ein Sommer ohne World Matchplay.









