Paul Lim ist beim World Cup of Darts wieder mehr als nur ein Name im Teilnehmerfeld. Der 72-Jährige steht mit Singapur in Frankfurt auf der Bühne und erinnert daran, warum seine Karriere längst zur Darts-Geschichte gehört. Nach der 1:4-Auftaktniederlage gegen Irland gewann Singapur das zweite Gruppenspiel gegen Gibraltar mit 4:2 und hielt die eigene Turniergeschichte damit am Leben.
Singapur ist in Gruppe D nicht der große Favorit. Doch genau für solche Momente ist der World Cup of Darts gemacht: kurze Distanzen, Doppelmodus, Nationen-Druck und Spieler, deren Geschichte größer ist als ihre aktuelle Rolle in der Tabelle.
Paul Lim bleibt eine besondere Figur im Darts
Paul Lim ist nicht irgendein erfahrener Spieler. Der Singapurer gehört seit Jahrzehnten zum internationalen Dartsport. 1990 schrieb er Geschichte, als er bei der BDO-Weltmeisterschaft den ersten Neun-Darter auf einer WM-Bühne warf. Mehr als drei Jahrzehnte später steht er noch immer bei großen Turnieren auf der Bühne.
Erst bei der letzten PDC-WM im Alexandra Palace hatte Lim wieder für einen besonderen Moment gesorgt. Mit 71 Jahren gewann er in der ersten Runde gegen Jeffrey de Graaf und wurde damit zum ältesten Matchsieger in der Geschichte der PDC-Weltmeisterschaft. Danach wartete in Runde zwei Luke Humphries auf ihn.
Beim World Cup tritt Lim nun gemeinsam mit Phuay Wei Tan für Singapur an. Schon im Auftaktspiel gegen Irland gab es einen dieser Momente, die zu dieser Mannschaft passen: Tan brachte Singapur mit einem 170er-Checkout früh in Führung, ehe William O’Connor und Mickey Mansell das Match drehten und Irland mit 4:1 gewann.
Solche Szenen erklären, warum Singapur trotz Außenseiterrolle Aufmerksamkeit bekommt. Es geht nicht nur um Ergebnisse, sondern um die Frage, ob ein Team im Doppelmodus für einzelne starke Momente sorgen kann.
Sieg gegen Gibraltar hält Singapur im Gespräch
Gegen Gibraltar musste Singapur reagieren. Die Partie war für beide Teams wichtig, weil Irland nach dem Auftaktsieg die Gruppe kontrollierte. Singapur löste die Aufgabe mit einem 4:2 und verhinderte damit, dass der zweite Auftritt bei diesem World Cup nur zur Randnotiz wird.
Auch Gibraltar brachte eine eigene Geschichte mit in die Gruppe. Das Team war kurzfristig ins Teilnehmerfeld gerückt, nachdem Uganda wegen Visa-Problemen nicht antreten konnte. Für Singapur war das trotzdem keine reine Pflichtaufgabe: In kurzen World-Cup-Distanzen kann ein guter Start oder ein verpasstes Doppel schnell reichen, um eine Gruppe zu verändern.
Für Lim ist der Sieg mehr als ein weiterer Eintrag in einer langen Karriere. Jeder Auftritt auf dieser Bühne trägt inzwischen auch eine historische Note. Nicht, weil Singapur plötzlich zum Titelkandidaten wird, sondern weil Lim mit 72 Jahren noch immer in einem Format mithält, das Fehler kaum verzeiht.
Der World Cup ist dabei ein gutes Turnier für solche Geschichten. Im Doppel muss nicht ein Spieler allein das komplette Match tragen. Rhythmus, Timing und einzelne Schlüsselwürfe können reichen, um ein Spiel offen zu halten. Genau darin liegt die Chance für Teams wie Singapur.
Irland bleibt der Maßstab in Gruppe D
Trotz Singapurs Sieg bleibt Irland in Gruppe D die Mannschaft mit der besten Ausgangslage. O’Connor und Mansell haben mit dem 4:1 gegen Singapur vorgelegt und können gegen Gibraltar den Gruppensieg perfekt machen. Für Singapur geht es deshalb nicht allein um die Tabelle, sondern auch um das, was dieses Team beim World Cup of Darts noch einmal sichtbar macht.
Paul Lim steht für eine andere Zeit des Darts, aber nicht nur als nostalgische Randfigur. Er steht noch immer auf der Bühne, wirft noch immer für sein Land und gibt Singapur eine Geschichte, die über reine Favoritenlogik hinausgeht.
Genau deshalb bleibt dieser World-Cup-Auftritt besonders. Nicht, weil Singapur plötzlich als Titelkandidat gilt. Sondern weil Lim auch 2026 noch dafür sorgt, dass ein Spiel Singapurs mehr ist als nur ein weiterer Gruppenauftritt.





