World Cup of Darts 2026: Mansell rein, Barry raus – O’Connor verteidigt Irland-Team

Beim World Cup of Darts 2026 tritt Irland mit einer neuen Paarung an. William O’Connor bekommt in Frankfurt nicht wie zuletzt Keane Barry an die Seite gestellt, sondern Mickey Mansell. Der 52-Jährige spielte früher für Nordirland, läuft nun aber für Irland auf – und genau diese Konstellation hat vor dem Turnier eine Debatte ausgelöst.

O’Connor hat seinem neuen Partner öffentlich den Rücken gestärkt. Für den erfahrenen Iren ist die Sache klar: Der „Clonoe Cyclone“ habe sich immer als Ire gesehen. Deshalb sehe er kein Problem darin, dass der frühere Nordirland-Starter künftig für Irland antritt. Sportlich brisant wird die Entscheidung aber durch Keane Barry. Denn mit ihm bleibt ein Spieler aus der Republik Irland im irischen World-Cup-Team außen vor.

Neue Paarung für Irland

Mansell ist beim World Cup of Darts kein Neuling. Er spielte bereits mehrere Ausgaben für Nordirland und erreichte 2014 mit Brendan Dolan sogar das Halbfinale. Danach wurde der Weg ins nordirische Team immer schwieriger – erst durch Dolan und Daryl Gurney, später durch den Aufstieg von Josh Rock.

Für 2026 ist nun Irland sein Team. O’Connor bleibt der feste Anker, der erfahrene Linkshänder rückt über die Rangliste an seine Seite. Genau darin liegt die sportliche Sprengkraft: Barry war zuletzt einer der auffälligsten irischen Namen, muss diesmal aber zuschauen.

Sportlich kommt O’Connors neuer Partner nicht aus dem Nichts. Der frühere Nordirland-Starter erreichte 2024 das Halbfinale beim Grand Slam of Darts und liegt in der PDC Order of Merit vor Barry. Genau deshalb ist sein Start für Irland regelkonform – und trotzdem brisant. Denn für Nordirland wäre der Weg mit Josh Rock und Daryl Gurney praktisch blockiert, während sich für ihn bei Irland nun eine Tür öffnet.

O’Connors neuer Partner verwies in den sozialen Medien auf seine irische Verbundenheit. Er erinnerte daran, dass er bereits 1994 bei der Fußball-WM in den USA Irland unterstützt habe. Als die PDC ihn gefragt habe, ob er Irland vertreten wolle, habe er zugesagt. Für ihn sei es eine Freude, wieder bei einem World Cup zu spielen – nun gemeinsam mit O’Connor.

O’Connor sieht kein Problem im Wechsel

O’Connor verteidigt die Entscheidung auch mit Blick auf die besondere Situation auf der irischen Insel. Menschen aus Nordirland können sich als irisch, britisch oder beides verstehen. Genau deshalb ist der Start für Irland sensibler als eine reine Ranglistenfrage.

Für O’Connor steht dennoch der sportliche Gedanke im Vordergrund. Wenn ein Spieler für Irland antreten wolle und die Regeln es zulassen, sei das für ihn akzeptabel. Er machte zudem deutlich, dass er grundsätzlich kein Problem damit hätte, wenn sich der Dartsport auf der irischen Insel stärker gemeinsam denkt.

Damit bekommt der World Cup eine zusätzliche Erzählung: Irland und Nordirland sind nicht nur zwei sportliche Teams, sondern auch Teil einer sensiblen Identitäts- und Zugehörigkeitsfrage. Gerade weil Nordirland mit Rock und Gurney als Titelverteidiger nach Frankfurt reist, wirkt der Start des früheren Nordirland-Spielers für Irland noch auffälliger.

Barry macht den Wechsel sportlich brisant

Für Keane Barry ist die neue Konstellation besonders bitter. Der Ire hatte zuletzt mit O’Connor das irische World-Cup-Team gebildet, muss 2026 aber zuschauen. Dass sein Platz nun an einen Spieler geht, der zuvor für Nordirland auflief, macht die Entscheidung zusätzlich sensibel. Es geht damit nicht nur um Ranglistenplätze, sondern auch um Wahrnehmung: Wer steht beim World Cup of Darts für Irland am Board?

Genau an dieser Stelle liegt die eigentliche Schärfe. Mansells Start für Irland ist regelkonform und über seine irische Identität erklärbar. Sportlich profitiert er aber von einer Konstellation, die ihm bei Nordirland kaum offenstehen würde – während Barry als irischer Spieler draußen bleibt.

Für das irische Team kann die neue Paarung dennoch gefährlich sein. O’Connor bringt enorme World-Cup-Erfahrung mit, Mansell ist ein unangenehmer Gegner mit viel Routine und langsamem Rhythmus. Für Barry ist die Entscheidung dagegen ein Rückschlag zur falschen Zeit. Der World Cup of Darts bietet Spielern außerhalb der absoluten Weltspitze eine Bühne, auf der ein starker Lauf viel Aufmerksamkeit bringen kann.

In Frankfurt wird deshalb nicht nur spannend, wie Irland sportlich abschneidet. Ebenso interessant ist, ob die neue Paarung als legitime Verstärkung wahrgenommen wird – oder ob Mansells Start für Irland die Debatte über Zugehörigkeit und World-Cup-Regeln im Darts weiter anheizt.

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