US Darts Masters 2026: Humphries gewinnt New-York-Krimi – Sevada löst WM-Ticket

New York hat geliefert – und das gleich doppelt. Bei den US Darts Masters verteidigte Luke Humphries seinen Titel im Madison Square Garden mit einem 8:7-Finalsieg gegen Luke Littler. Wenige Stunden zuvor hatte Adam Sevada die North American Darts Championship gewonnen und sich damit Startplätze bei der PDC-Weltmeisterschaft sowie beim Grand Slam of Darts gesichert.

Der große Showdown des Abends war genau das Duell, das dieses Turnier sportlich noch einmal aufgeladen hat: Titelverteidiger gegen Weltmeister, großer Name gegen großen Namen. Humphries spielte im Finale einen 104er-Average, Littler blieb ebenfalls auf hohem Niveau – und trotzdem ging es über die volle Distanz. Am Ende entschied ein einziges Leg darüber, ob New York wieder zur Bühne des Teenagers wird oder der Pokal beim Vorjahressieger bleibt.

Dabei sah es zwischenzeitlich nach einer klareren Angelegenheit aus. Humphries führte 4:1, sein Gegner kämpfte sich aber zurück und drehte das Match sogar zum 5:4. Genau an dieser Stelle wurde aus dem Finale mehr als nur ein weiterer World-Series-Abend. Der Engländer hatte zuletzt einige große enge Duelle gegen Littler verloren, diesmal aber blieb er im entscheidenden Moment stabil. Beim Stand von 7:7 nutzte Humphries den Anwurf und machte den Titel perfekt.

Humphries setzt vor dem World Matchplay ein Zeichen

Für Luke Humphries war dieser Erfolg mehr als ein weiterer Pokal in einem Einladungsturnier. Er ist der erste Spieler, der den Titel bei den US Darts Masters verteidigen konnte, und nach Michael van Gerwen erst der zweite Mehrfachsieger des Events. Gerade mit Blick auf das World Matchplay ist der Zeitpunkt nicht unwichtig: Humphries reist mit einem Decider-Sieg gegen Littler im Rücken nach Blackpool.

Auch der Weg ins Finale war alles andere als bequem. Im Viertelfinale besiegte Humphries Stephen Bunting mit 6:3 und spielte dabei einen 105er-Average. Im Halbfinale musste er gegen Gian van Veen über die volle Distanz. Van Veen führte bereits 6:3, doch der Titelverteidiger arbeitete sich zurück und gewann 7:6. Es war genau diese Mischung aus Qualität und Widerstandskraft, die seinen New-York-Titel am Ende ausmachte.

Littler hatte seinen Finaleinzug mit einem klaren 6:1 gegen Jim Long und einem 7:4 gegen James Wade geschafft. Wade wiederum hatte zuvor Gerwyn Price mit 6:3 bezwungen, obwohl Price mit dem höheren Average aus dem Match ging. Auch das passte zu diesem Abend: Die Zahlen waren stark, aber die entscheidenden Momente lagen oft woanders.

Während Luke Humphries den Titel mitnahm, bleibt Littler in New York weiter ohne US-Darts-Masters-Trophäe. Sportlich wird das Duell dadurch aber nicht kleiner. Im Gegenteil: Der nächste große Vergleich ist längst angelegt, denn beide bewegen sich weiter durch eine Saison, in der ihre direkten Duelle fast automatisch zum Maßstab werden.

Noch größer war der sportliche Wert des Tages aber für Adam Sevada. Der US-Amerikaner gewann am Nachmittag die North American Championship und machte damit genau das, was er vor dem Wochenende als klares Ziel ausgegeben hatte. Die US Darts Masters waren die große Bühne, doch die North American Championship war für Sevada der Wettbewerb mit dem größeren Karrierewert.

Sevada spielte ein starkes Turnier. Zum Auftakt fertigte er Alex Spellman mit 6:0 ab und kam dabei auf einen Average von 102,48 – laut Dartsnews der zweithöchste Wert in der Geschichte der North American Darts Championship. Danach besiegte er Gary Mawson mit 6:3, ehe er im Finale gegen Jim Long mit 6:1 gewann.

Im Endspiel startete Sevada mit einem 14-Darter, legte ein 92er-Finish nach und ließ Long nach dessen 98er-Checkout zum 1:2 kaum noch Luft. Zwar wurde es auf den letzten Metern noch einmal etwas wacklig, doch Sevada brachte den Titel auf Doppel 2 ins Ziel. Sein Final-Average lag bei 89,87, Long kam auf 85,22.

Damit bekam New York zwei Siegergeschichten: Humphries verteidigte auf großer Bühne seinen World-Series-Titel und schickte ein deutliches Signal Richtung Sommer-Major. Im PDC-Kalender stehen Anfang Juli zwar zunächst die nächsten Players-Championship-Turniere in Leicester, doch der große Zielpunkt ist klar: das World Matchplay in Blackpool. Vom 18. bis 26. Juli geht es in den Winter Gardens um die Phil Taylor Trophy – und nach diesem Decider-Sieg gegen Littler reist der Titelverteidiger mit einem anderen Gefühl an die englische Küste.

Für Sevada beginnt dagegen eine andere Art von Reise. Der Amerikaner nimmt nicht nur einen Titel aus New York mit, sondern ein Ticketpaket, das seine Saison verändern kann. Zunächst geht es auf der CDC Tour weiter, die vom 17. bis 19. Juli in Indianapolis fortgesetzt wird. Danach rücken für ihn zwei große Bühnen in den Fokus: der Grand Slam of Darts im November in Wolverhampton und die PDC-Weltmeisterschaft im Alexandra Palace. Aus einem starken Nachmittag im Madison Square Garden wurde damit mehr als ein regionaler Titel – es wurde Sevadas Eintrittskarte in den großen PDC-Winter.

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