Bei den Slovak Darts Open 2026 geht es am Samstag in der Incheba Expo Bratislava in die zweite Runde – und damit in die Phase, in der das Turnier erstmals richtig sortiert wird. Nach dem Auftakt am Freitag steigen nun die gesetzten Spieler ein, während die Sieger der ersten Runde ihren Lauf bestätigen wollen. Gespielt wird erneut in zwei Sessions: Am Nachmittag ab 13 Uhr und am Abend ab 19 Uhr stehen jeweils acht Partien auf dem Programm, bevor es am Sonntag mit Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale in die entscheidende Turnierphase geht.
Der Samstag ist deshalb mehr als nur ein Zwischentag. Wer heute gewinnt, steht am Finaltag. Wer verliert, verlässt Bratislava mit einem frühen Haken hinter dem Wochenende. Gerade auf der European Tour kann das schnell spürbar werden: Das Preisgeld zählt für die PDC Order of Merit, die ProTour Order of Merit und die European Tour Order of Merit. Zudem entscheidet die European-Tour-Rangliste über die Qualifikation zur European Championship. Die Slovak Darts Open sind damit nicht nur ein weiteres Turnier im Kalender, sondern auch ein wichtiger Baustein im Rankingjahr.
Nachmittagssession: Nijman, Noppert und Chisnall im Blick
Die Nachmittagssession eröffnet den zweiten Turniertag mit mehreren Partien, die für die Ranglisten und den weiteren Turnierbaum interessant sind. Mike De Decker trifft auf William O’Connor, Damon Heta spielt gegen Kevin Doets, und Wessel Nijman bekommt es mit Benjamin Pratnemer zu tun. Gerade Nijman bleibt einer der spannendsten Namen dieses Jahres. Der Niederländer hat sich längst aus der Rolle des Talents herausgespielt und ist mittlerweile ein Spieler, der auf der Pro Tour und European Tour regelmäßig Druck auf die etablierten Namen ausübt.
Auch Danny Noppert gegen Madars Razma ist eine Partie mit Stolperpotenzial. Noppert bringt die größere Konstanz mit, Razma ist aber genau der Spielertyp, der ein Match über Rhythmus, Ruhe und Timing unangenehm machen kann. Für Noppert geht es darum, früh Kontrolle zu bekommen und gar nicht erst in ein zähes Leg-für-Leg-Spiel gezogen zu werden.
Ein weiteres interessantes Duell ist Jermaine Wattimena gegen Dave Chisnall. „Chizzy“ musste am Freitag gegen Adrian Dudek bereits über die volle Distanz und gewann 6:5. Das kann zweierlei bedeuten: Er ist im Turnier angekommen, hat aber auch schon gezeigt, dass er nicht völlig unangreifbar wirkt. Wattimena wiederum hat auf der European Tour immer das Tempo, um Gegner früh unter Druck zu setzen. Dazu kommen Chris Dobey gegen Tyler Thorpe, Ryan Searle gegen Kim Huybrechts und Luke Woodhouse gegen Andrew Gilding. Die Nachmittagssession ist damit weniger Showblock, sondern eher ein harter Filter: Wer hier durchkommt, kann am Sonntag ernsthaft gefährlich werden.
Abendsession: Schindler vor Sykes-Test, Topduelle mit Price, Cross und van Gerwen
Aus deutscher Sicht liegt der Fokus am Abend klar auf Martin Schindler. Der Strausberger trifft auf Tom Sykes, der am Freitag Niko Springer mit 6:2 aus dem Turnier nahm. Sykes wirkte dabei nicht wie ein Spieler, der nur die große Bühne genießen wollte. Er spielte ruhig, entschlossen und effizient. Genau das macht diese Aufgabe für Schindler unangenehm: Auf dem Papier ist der Deutsche Favorit, am Board bekommt er aber einen Gegner, der bereits gezeigt hat, dass er dieses Wochenende nutzen will.
Für Schindler ist es auch mit Blick auf die Order of Merit ein wichtiges Spiel. 2025 hat ihn stark getragen, 2026 droht bislang aber nicht dasselbe erfolgreiche Jahr zu werden. Das Problem entsteht nicht durch eine einzelne Niederlage, sondern durch viele kleine Wochenenden ohne größere Preisgeldblöcke. Wenn Martin Schindler zu oft früh hängen bleibt, kann das über Monate Stück für Stück an seiner Position nagen. Genau deshalb wäre ein Sieg gegen Sykes kein spektakulärer Befreiungsschlag, aber ein wichtiger Pflichtschritt in einem Rankingjahr, das neue Substanz braucht.
Direkt danach wird die Abendsession noch dichter. Gerwyn Price trifft auf Cameron Menzies, Gian van Veen spielt gegen Rob Cross, Michael van Gerwen bekommt es mit Krzysztof Ratajski zu tun. Vor allem van Veen gegen Cross hat das Gewicht eines deutlich späteren Turnierduells. Cross gewann am Freitag gegen Juraj Holub mit 6:3, steht gegen den formstarken Niederländer aber vor einer deutlich höheren Hürde. Van Veen reist als einer der prägendsten Namen dieser Saison nach Bratislava und wird sofort zeigen wollen, dass er auch auf der European Tour als Titelkandidat zu lesen ist.
Price gegen Menzies verspricht dagegen ein Match mit emotionaler Kante. Price bringt die Klasse, Menzies bringt Energie, Tempo und die Fähigkeit, Favoriten in ungemütliche Phasen zu ziehen. Van Gerwen gegen Ratajski ist wiederum ein anderes Duell: weniger Lautstärke, mehr Kontrolle. Ratajski kann Matches lange offen halten, wenn der Favorit nicht konsequent genug startet. Für van Gerwen ist es deshalb ein gefährlicher Einstieg in ein Wochenende, an dem er nicht nur gewinnen, sondern auch wieder Autorität ausstrahlen will.
Komplettiert wird der Abend durch Nathan Aspinall gegen Jim Long, Jonny Clayton gegen Ryan Joyce, Stephen Bunting gegen Niels Zonneveld und Ross Smith gegen Joe Cullen. Spätestens nach dieser Session steht fest, welche 16 Spieler am Sonntag noch im Rennen sind. Dann beginnt in Bratislava die entscheidende Phase des Turniers. Der Samstag liefert dafür die Grundlage – und für Martin Schindler könnte der Sykes-Test zeigen, ob dieses Wochenende ein kleiner Stabilisierungsschritt wird oder ein weiteres verpasstes Signal im schwieriger werdenden Rankingjahr. Was uns an Tag 2 erwartet, ist damit klar: ein dichter Samstag mit Favoritenprüfungen, Rankingdruck und mehreren Duellen, die den Finaltag der Slovak Darts Open entscheidend prägen können.










