Dave Chisnall steht bei den Slovak Darts Open 2026 in der nächsten Runde. Wirklich beruhigend war sein Auftritt in Bratislava aber nicht. Der Engländer gewann sein Erstrundenmatch gegen Adrian Dudek mit 6:5 und musste dabei deutlich mehr arbeiten, als ihm lieb gewesen sein dürfte.
Dabei sah zunächst vieles nach einem kontrollierten Arbeitssieg aus. Der mehrfache European-Tour-Sieger führte bereits mit 4:1, hatte das Match scheinbar im Griff und schien auf dem Weg zu einem vergleichsweise ruhigen Auftakt zu sein. Doch danach verlor „Chizzy“ den Rhythmus. Dudek kam zurück, nutzte die wacklige Phase des Favoriten und machte aus einem klaren Rückstand plötzlich ein echtes Drama.
Der auffälligste Moment kam in der Schlussphase. Beim Stand von 4:4 hatte Dudek gleich zwei Bouncer zu verkraften, blieb aber im Match und stellte anschließend sogar auf 5:4. Kurz darauf setzte der Außenseiter mit einem 150er Checkout den spektakulärsten Punkt der Partie. Aus Chisnalls Sicht war das der Moment, in dem aus einem zähen Auftakt endgültig ein gefährlicher Stolperabend wurde.
Chisnall gewinnt, aber überzeugt nicht
Dr ehemalige Premier-League-Spieler rettete sich dennoch in den Decider und zog den Kopf am Ende noch einmal aus der Schlinge. Mit einem 88,85 Average blieb der Engländer allerdings klar unter dem Niveau, das er selbst von sich erwartet. Dudek kam auf 74,88 Punkte im Schnitt, hielt das Match aber über Kampf, Timing und genau dieses 150er Finish lange offen.
Auch die Statistiken erzählen kein sauberes Statement-Match. Dave Chisnall warf drei 180er, traf sechs seiner 16 Darts auf Doppel und kam auf eine Checkoutquote von 37,5 Prozent. Dudek nutzte fünf seiner 17 Checkout-Darts und lag damit bei 29,41 Prozent. Der klare Qualitätsunterschied auf dem Papier war da – nur machte „Chizzy“ über weite Strecken zu wenig daraus.
Der wacklige Auftritt passte zu einer Phase, in der der 44-Jährige selbst schon ungewöhnlich offen über seine Probleme gesprochen hatte. Nach seinem Kiel-Auftritt erklärte er gegenüber Kwiff, es sei „ein bisschen Dummheit“ gewesen, vor dem Spiel gegen Ryan Joyce noch essen zu gehen und anschließend aufgebläht auf der Bühne zu stehen. Gleichzeitig sagte Chisnall damals, die jüngsten Viertelfinal-Ergebnisse hätten ihm gezeigt, dass er weiterhin Darts spielen könne.
In Bratislava war davon gegen Dudek lange eher der Überlebensmodus zu sehen. Chisnall fand nicht durchgehend zu seinem Rhythmus, blieb aber im entscheidenden Moment erfahren genug, um das Match nicht komplett aus der Hand zu geben. Für den Engländer zählt am Ende trotzdem das Weiterkommen. Gerade bei kurzen European-Tour-Distanzen können solche Spiele schnell kippen, wenn ein Favorit den Gegner nach einer Führung wieder ins Match lässt.
Trotzdem bleibt der Eindruck zwiespältig. Chisnall hat überlebt, mehr nicht. Für die nächste Runde braucht „Chizzy“ deutlich mehr Stabilität, denn ein weiterer Auftritt dieser Art dürfte gegen stärkere Gegner kaum reichen.










