Die Nachmittagssession der Slovak Darts Open 2026 hat den zweiten Turniertag in Bratislava sauber sortiert – und dabei gleich mehrere klare Signale gesetzt. Mike De Decker spielte mit einem 107,14er-Average den stärksten Auftritt des Nachmittags, Kevin Doets warf Damon Heta aus dem Turnier, Jermaine Wattimena stoppte Dave Chisnall und Andrew Gilding zog zum Abschluss mit einem 6:4 gegen Luke Woodhouse nach. Damit ist die erste Hälfte von Tag 2 gespielt. Der Turnierbaum hat erste Konturen, die ersten Teilnehmer für das Achtelfinale (21.06.) stehen fest, die richtig großen Namen des Abends warten aber noch.
Am meisten Eindruck hinterließ De Decker. Der Belgier besiegte William O’Connor mit 6:2 und lieferte dabei nicht nur das klarste Ergebnis eines Favoriten, sondern auch die beste Vorstellung der Session. Mit drei 180ern, einer Doppelquote von 66,67 Prozent und einem Average jenseits der 107 Punkte setzte De Decker den Maßstab für den Nachmittag. O’Connor blieb bei 86,18 Punkten im Schnitt und fand gegen diesen druckvollen Auftritt kaum Zugriff.
Ein echtes Statement gelang auch Kevin Doets. Der Niederländer schlug Damon Heta mit 6:2 und nutzte dabei vor allem die Schwächen des Australiers auf die Doppel konsequent aus. Doets kam auf 95,10 Punkte im Schnitt, warf drei 180er und traf sechs seiner 16 Checkdarts. Heta brachte zwar solides Scoring mit, ließ mit nur zwei Treffern bei elf Versuchen auf die Doppel aber zu viel liegen. Für Doets ist dieser Sieg ein starkes Ergebnis, weil Heta in solchen European-Tour-Feldern normalerweise genau die Art Name ist, an der sich ein Lauf misst.
Wessel Nijman erledigte seine Aufgabe gegen Benjamin Pratnemer mit 6:2 ebenfalls souverän. Der Niederländer spielte 91,45 im Average, warf drei 180er und glänzte mit einem 110er-Checkout. Ganz so spektakulär wie De Decker wirkte das nicht, aber es war kontrolliert und erwachsen. Auch Danny Noppert überstand seinen Auftritt gegen Madars Razma mit einem 6:2, obwohl die Partie spielerisch deutlich zäher war. Noppert kam nur auf 81,45 Punkte im Schnitt, Razma auf 79,30. Das war keine Gala, aber eben ein Sieg – und auf so einen Nachmittag kommt es auf der European Tour manchmal genau so an.
Wattimena stoppt Chisnall, Gilding zieht nach
Für eines der auffälligsten Ergebnisse sorgte Jermaine Wattimena. Der Niederländer besiegte Dave Chisnall mit 6:3 und nahm damit einen der gefährlicheren Namen der Session aus dem Draw. Wattimena spielte 93,46 Punkte im Average, traf drei 180er und wirkte insgesamt griffiger als Chisnall, der bei 88,81 Punkten landete. Auch Ryan Searle kam solide durch. Gegen Kim Huybrechts gewann „Heavy Metal“ mit 6:3, spielte 89,78 Punkte im Schnitt und warf unter anderem ein 136er-Finish. Huybrechts hielt phasenweise mit, brachte aber nicht genug Konstanz ins Match.
Chris Dobey musste etwas mehr arbeiten, erreichte mit dem 6:4 gegen Tyler Thorpe aber ebenfalls den Abendfrieden. Interessant dabei: Thorpe spielte mit 91,78 sogar den leicht höheren Average gegenüber Dobeys 90,75. Der Favorit setzte sich am Ende trotzdem durch, auch weil er in den entscheidenden Momenten stabil blieb und unter anderem ein 100er-Checkout einstreute. Zum Abschluss der Nachmittagssession zog dann Andrew Gilding nach. „Goldfinger“ gewann mit 6:4 gegen Luke Woodhouse und spielte dabei 94,14 Punkte im Average. Woodhouse blieb mit 85,33 deutlich dahinter, Gilding überzeugte zusätzlich mit dem höchsten Finish des Matches von 120 Punkten.
Damit ist die Nachmittagsrunde komplett – und sie hat für das Achtelfinale bereits einige interessante Namen geliefert. De Decker meldete sich mit Nachdruck an, Doets setzte gegen Heta ein starkes Zeichen, Wattimena stoppte Chisnall, und Gilding machte den Schlusspunkt der Session. Es war keine Session voller Überraschungen im Minutentakt, aber eine, die das Feld vor dem Finaltag spürbar geschärft hat.
Jetzt richtet sich der Blick auf die Abendsession. Dann steigen unter anderem Martin Schindler gegen Tom Sykes, Gerwyn Price gegen Cameron Menzies, Gian van Veen gegen Rob Cross und Michael van Gerwen gegen Krzysztof Ratajski ins Geschehen ein. Erst danach ist das Achtelfinale der Slovak Darts Open komplett – und der Finaltag in Bratislava kann seine volle Form annehmen.










