Premier League Darts: Nach MVG-Kritik legt Littler nach

Das Format der Premier League Darts gerät weiter in die Diskussion. Erst hatte Michael van Gerwen das aktuelle System mit wöchentlichen Mini-Turnieren kritisiert, nun spricht sich auch Luke Littler für Veränderungen aus. Der Weltmeister wünscht sich eine Rückkehr zu einem früheren Modell mit zehn Spielern, nur einem Match pro Abend und der Judgement Night.

Seit 2022 spielen acht Profis an jedem Premier-League-Abend ein kleines K.-o.-Turnier. Genau dieses Format hat Littler sportlich geprägt: Seit seinem Debüt 2024 gewann er die Premier League zweimal und stand in seinem ersten Jahr im Finale. Seine Forderung nach Änderungen kommt also nicht aus der Position eines Spielers, der am System gescheitert ist.

Littler will Judgement Night zurück

„Ich würde gern eine Veränderung sehen. Ich würde gern in einer Premier League spielen, in der es pro Abend nur ein Spiel gibt“, sagte Littler gegenüber SportsBoom. Sein Wunsch geht noch weiter. „Holt zwei zusätzliche Spieler dazu, bringt auch die Judgement Night zurück – denn damit bin ich aufgewachsen“, erklärte der Engländer.

Im früheren System bestritten zehn Spieler zunächst jeweils ein Match pro Abend. Nach Woche neun schieden die beiden Letzten aus, die verbleibenden acht Spieler kämpften anschließend um die vier Plätze für die Play-offs. Genau dieser Schnitt nach der ersten Saisonhälfte machte die Premier League über Jahre besonders reizvoll. Luke Littler beschrieb das alte Modell als Zuschauer als besonders spannend. Es sei interessant gewesen zu sehen, wie die Spieler auf Platz zehn und neun ausscheiden und die übrigen acht anschließend weiter um die Play-offs kämpfen.

Sein Vorstoß trifft einen bekannten Kritikpunkt. Viele Fans stören sich seit Jahren daran, dass sich im aktuellen Format dieselben Duelle über 16 Wochen immer wiederholen. Das K.-o.-System liefert zwar jeden Donnerstag einen Abendsieger und TV-taugliche Spannung, doch über eine lange Saison nutzt sich die Struktur sichtbar ab.

Van Gerwen hatte Format zuvor kritisiert

Littlers Aussagen folgen kurz nach deutlicher Kritik von Michael van Gerwen. Der Niederländer hatte im Podcast „Darts Draait Door“ erklärt, selbst Debütant Gian van Veen habe nach einigen Wochen gesagt, man habe irgendwann genug gesehen. Für van Gerwen sagt das viel über das Format aus.

Van Gerwen glaubt allerdings nicht, dass sich schnell etwas ändert. Die Premier League sei bereits ausverkauft, bevor die Spieler überhaupt bekannt seien. Damit beschreibt der dreimalige Weltmeister den Kern des Problems: Sportlich gibt es Kritik, kommerziell funktioniert die Serie weiterhin hervorragend. Gerade deshalb bekommt Littlers Forderung besonderes Gewicht. Wenn MVG nach einer enttäuschenden Premier-League-Saison Kritik übt, lässt sich das leicht als Frust einordnen. Wenn aber auch der 19-Jährige als aktueller Champion Änderungen fordert, wird die Debatte breiter.

PDC schließt Änderungen nicht aus

Ganz vom Tisch scheint eine Reform nicht zu sein. Matt Porter erklärte zuletzt, man versuche die richtige Balance zu finden und könne es nie allen recht machen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die PDC das Format grundsätzlich im Blick behält. Seine Botschaft: Man solle abwarten, was passiert. „The Nuke“ selbst formulierte seine Forderung nicht als Angriff auf die PDC. „Wenn es nicht funktioniert, dann ändert es. Aber wenn es für die PDC funktioniert, dann lasst es einfach so“, sagte der Weltmeister.

Damit steht die Premier League vor einer spannenden Frage. Das aktuelle Format liefert klare Abendsieger, Drama und verlässliche TV-Unterhaltung. Doch ausgerechnet einige der wichtigsten Spieler wünschen sich wieder mehr Struktur, weniger Wiederholungen und eine Rückkehr zu Elementen, die die Premier League lange geprägt haben.

Luke Littlers Forderung nach zehn Spielern, einem Match pro Abend und der Judgement Night ist deshalb mehr als Nostalgie. Sie zeigt, dass die Formatdebatte nicht nur von enttäuschten Spielern geführt wird – sondern inzwischen auch vom erfolgreichsten Spieler des aktuellen Systems.

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