Die Premier League Darts ist eines der größten Schaufenster des Sports. Acht Spieler, 17 Wochen, jeden Donnerstag die große Bühne. Doch genau dieses Format könnte nach Meinung von Paul Nicholson inzwischen zu klein geworden sein. Der frühere Major-Sieger fordert eine deutliche Reform – und bringt zwei Divisionen ins Spiel.
Gegenüber Sporting Life, erklärte Nicholson, dass der Dartsport dem aktuellen Acht-Spieler-Modell entwachsen sei. „Ganz einfach, Darts ist zu stark geworden, um dieselben acht Spieler vier Monate lang Woche für Woche gegeneinander antreten zu lassen“, sagte der Australier.
Der Punkt ist nicht neu, aber er wird immer drängender. Jahr für Jahr diskutieren Fans, Experten und Spieler darüber, wer einen Premier-League-Platz verdient hätte – und wer trotzdem außen vor bleibt. Gerade mit Namen wie Wessel Nijman, der sich immer stärker in den Vordergrund spielt, oder Beau Greaves, die langfristig ebenfalls für große Bühnen infrage kommt, wird die Auswahl enger.
Nicholson sieht darin kein Problem, sondern eine Chance. „So viele Spieler waren dieses Jahr enttäuscht über ihre Nichtberücksichtigung, und das ist ein gutes Problem, denn es beweist, dass der Sport mit aufregender Geschwindigkeit wächst“, sagte er. Seine Lösung: Die PDC sollte nicht länger versuchen, die Tiefe des Sports in acht Plätze zu pressen, sondern das Format erweitern.
Zwei Divisionen statt immer derselben Duelle?
Die Idee von Nicholson ist klar: zwei Divisionen, mehr Spieler, mehr Abwechslung. Ob es am Ende 16 Spieler in zwei Achtergruppen wären oder eine leicht andere Zahl, sei offen. Entscheidend sei das Prinzip. „Jeden Donnerstagabend könnte man vier Matches aus Division A und vier aus Division B austragen“, erklärte Nicholson.
Der Vorteil läge auf der Hand. Statt immer wieder dieselben Duelle über mehrere Monate zu sehen, könnte die Premier League mehr Geschichten erzählen. Mehr Spieler würden sichtbar, mehr Formkurven würden über die Saison hinweg relevant, mehr Fans bekämen ihre Favoriten auf der großen Bühne zu sehen.
Einen Einwand kennt Nicholson bereits: Was passiert, wenn Fans Tickets kaufen und dann die größten Stars verpassen? Für ihn ist das kein Gegenargument. „Wenn jede Division jede Woche spielen würde, wäre Luke Littler immer noch in Brighton. Luke Humphries wäre immer noch in Belfast. Michael van Gerwen wäre immer noch in Dublin“, sagte er.
Statt weniger Starpower gäbe es nach Nicholsons Vorstellung also mehr Programm. Acht unterschiedliche Matches pro Abend statt sieben Begegnungen mit Konstellationen, die sich im Laufe einer Saison mehrfach wiederholen. Auch aus TV-Sicht hält er das für machbar. Sky Sports übertrage bereits Abende mit acht Matches, etwa bei den Eröffnungstagen des World Grand Prix oder beim Grand Slam of Darts.
Natürlich wäre ein solches Modell kein kleiner Eingriff. Mehr Walk-ons, ein engerer Zeitplan, mehr Logistik, mehr Abstimmung zwischen TV, Spielorten und Spielern. Nicholson sieht darin aber lösbare Probleme, wenn die PDC den Willen zur Veränderung hätte.
Interessant ist der Vorschlag vor allem mit Blick auf die Premier League Darts 2027. Das aktuelle Format lebt von großen Namen, aber es produziert zwangsläufig Härtefälle. Je tiefer die Weltspitze wird, desto schwieriger wird es, acht Plätze als faire Abbildung der sportlichen Realität zu verkaufen.
Nicholson trifft damit einen Nerv. Die Premier League Darts war nie ein statisches Produkt. Es gab verschiedene Teilnehmerzahlen, unterschiedliche Formate, Abstiegsmodelle und spätere Anpassungen. Veränderung gehörte immer zur Geschichte dieses Wettbewerbs. Genau daran erinnert der frühere Profi: „Veränderungen waren nie etwas, das die PDC fürchten sollte – es ist einer der Gründe, warum die Organisation so erfolgreich geworden ist.“
Sein stärkstes Argument ist deshalb nicht nur sportlich, sondern erzählerisch. Mehr Spieler bedeuten mehr Storylines. Mehr Rivalitäten. Mehr Drucksituationen. Mehr Chancen für Namen, die aktuell knapp an der Einladung vorbeirutschen. Und vielleicht auch weniger Diskussionen darüber, wer übergangen wurde.
Ob die PDC diesen Weg wirklich geht, ist offen. Aber die Debatte passt perfekt in die aktuelle Lage des Sports. Darts wächst, die Spitze wird breiter, und die Premier League muss entscheiden, ob sie weiter das exklusivste Acht-Spieler-Produkt bleiben will – oder ob sie den nächsten großen Schritt wagt.










