Die PDC Europe NEXT GEN hat in Ried im Innkreis gleich doppelt Geschichte geschrieben. Erstmals machte die Turnierserie Station in der österreichischen Stadt – und erstmals wurde ein Event im neuen 170er-Modus ausgetragen. Sportlich wurde daraus ein Wochenende mit zwei klaren Geschichten: Patrick Reisenegger lieferte den österreichischen Heimtriumph, Daniel Klose zerlegte die 170er-Premiere fast schon demonstrativ.
Am Samstag sorgte zunächst Reisenegger für den lokalen Höhepunkt. Der Österreicher gewann Event 7 der PDC Europe NEXT GEN und feierte damit den ersten NEXT-GEN-Titel seiner Karriere. Gespielt wurde im FA-Cup-Modus, in dem Reisenegger nach starker Gruppenphase auch in der K.o.-Runde die entscheidenden Momente auf seiner Seite hatte. Im Finale setzte er sich gegen René Eidams durch und machte den Premierensieg perfekt.
Für Reisenegger war der Erfolg mehr als nur ein Tagestitel. Durch den Sieg kletterte er in der Rangliste nach vorne und brachte sich im Rennen um die Super League in eine deutlich bessere Position. Genau darum geht es in der NEXT GEN: Die Serie ist der PDC-Europe-Weg für Spieler ohne Tour Card. Über die Rangliste qualifizieren sich die besten Akteure für die PDC Europe Super League, in der am Ende ein Startplatz für die PDC-WM ausgespielt wird.
Klose setzt im 170er-Modus ein klares Zeichen
Am Sonntag gehörte die Bühne dann Daniel Klose. Beim ersten NEXT-GEN-Turnier im 170er-Modus zeigte der Deutsche, warum er zu den prägenden Spielern dieser Serie gehört. Statt bei 501 starten die Spieler in diesem Format direkt bei 170 Punkten und müssen per Double-Out auf null kommen. Dadurch wird jedes Leg sofort zum Finish- und Drucktest.
Klose kam mit diesem Format hervorragend zurecht. Der Deutsche gewann Event 8, holte damit seinen dritten NEXT-GEN-Titel der laufenden Saison und den sechsten seiner Karriere. Besonders deutlich wurde seine Dominanz im Finale gegen Jaimy van de Weerd. Klose ließ seinem Gegner beim 11:0 keine Chance und setzte damit ein klares Statement.
Ein Finale ohne Legverlust ist in jedem Format deutlich. Im 170er-Modus wirkt ein 11:0 aber noch brutaler, weil jeder Fehler sofort bestraft wird. Es gibt keine lange Scoring-Phase, in der man sich zurück in ein Leg arbeiten kann. Wer den ersten Weg zum Finish verpasst, steht sofort unter Druck – und genau diesen Druck nutzte Klose konsequent aus.
Auch auf dem Weg ins Endspiel war Klose kaum zu stoppen. Ab der Runde der letzten 32 gab er nur wenige Legs ab und steigerte sich rechtzeitig in die entscheidende Turnierphase hinein. Der neue Modus passte dabei perfekt zu seinen Stärken: klare Wege, schnelles Rechnen, sichere Doppel und die Ruhe, Legs ohne Umwege sauber zu beenden.
Für die PDC Europe NEXT GEN war das Wochenende in Ried damit ein gelungener Standort-Auftakt. Reisenegger lieferte den Heimsieg, Klose die deutsche Machtdemonstration im neuen Format. Schon am kommenden Wochenende geht es erneut in Ried weiter, wenn Event 9 und 10 auf dem Programm stehen.
Die Serie bleibt damit ein wichtiger Baustein unterhalb der Tourcard-Ebene. Wer hier konstant punktet, spielt nicht nur um Tagestitel, sondern um den nächsten Schritt Richtung Super League – und damit indirekt um den Traum von der großen WM-Bühne.










