Michael van Gerwen wird bei den Baltic Sea Darts Open 2026 in Kiel nicht antreten. Der dreimalige Weltmeister verzichtet auf das European-Tour-Turnier in der Ostseehalle und nimmt sich nach der langen Premier-League-Saison bewusst Zeit für seine Familie.
Van Gerwen erklärte seine Entscheidung im Podcast „Darts Draait Door“. „Ich fahre mit meinen Kindern in den Urlaub. Einfach eine schöne gemeinsame Pause“, sagte der Niederländer. Seine Kinder bräuchten für eine Weile Aufmerksamkeit, deshalb müsse man sich diese Zeit nehmen.
Van Gerwen erklärt Kiel-Absage mit Familienpause
Die Absage fällt nach einer schwierigen Premier-League-Schlussphase. Van Gerwen hatte stark begonnen, verlor im Verlauf der Saison aber den Anschluss und verpasste die Finals Night in London als Tabellensechster. Zuletzt hatte der Niederländer auch offen über den engen Darts-Kalender gesprochen. Die Saison sei „mega-lang“ und intensiv, sagte MVG. Sein Fokus liege vor allem auf den Rankingturnieren, weil diese am Ende die wichtigsten Events seien.
Gerade deshalb ist seine Kiel-Absage bemerkenswert. Die Baltic Sea Darts Open zählen nicht nur zur European Tour, sondern auch für die PDC Order of Merit, die ProTour Order of Merit und die European Tour Order of Merit. In Kiel geht es also nicht nur um einen Titel, sondern auch um wichtiges Rankingpreisgeld.
Kiel-Feld ohne mehrere Topstars
Van Gerwen ist nicht der einzige prominente Name, der in Kiel fehlt. Laut PDC Europe hatten sich Luke Littler und Gary Anderson von vornherein nicht für das Turnier angemeldet. Später sagten außerdem Luke Humphries, Jonny Clayton, Gerwyn Price, Josh Rock und van Gerwen ihre Teilnahme ab.
Dadurch rückten Rob Cross, Dimitri Van den Bergh, Richard Veenstra, Christian Kist und Cristo Reyes über die Reserveliste ins Teilnehmerfeld nach. Auch die Setzpositionen veränderten sich: Wessel Nijman, Damon Heta, Luke Woodhouse, Daryl Gurney und Dave Chisnall übernahmen die freien Plätze unter den gesetzten Spielern.
Für die diesjährigen Baltic Sea Darts Open verändert das die Ausgangslage deutlich. Das Feld wirkt offener als bei vielen anderen European-Tour-Events, gleichzeitig fehlen dem Publikum in Kiel mehrere der größten Namen des Dartsports. Aus deutscher Sicht bleibt das Wochenende trotzdem hochinteressant. Martin Schindler greift als gesetzter Spieler erst am Samstag ein, während unter anderem Max Hopp, Lukas Wenig, Niko Springer, Daniel Klose, Jason Riedtke, Paul Krohne und Marcel Hausotter bereits am Freitag in der ersten Runde gefordert sind.
Für van Gerwen ist Kiel diesmal kein Thema. Für das Turnier ist seine Absage dagegen ein weiterer Einschnitt: Ein Topstar weniger, ein offeneres Feld mehr – und für die deutschen Starter eine zusätzliche Chance bei einem European-Tour-Wochenende vor heimischem Publikum.










