Jim Long schockt Rock – Favorit scheitert bei den US Darts Masters

Jim Long hat bei den US Darts Masters in New York für einen Paukenschlag gesorgt. Der Kanadier setzte sich in der ersten Runde mit 6:4 gegen Josh Rock durch und warf damit einen der höher eingeschätzten Spieler früh aus dem Turnier. Für den Nordiren wurde aus der vermeintlich machbaren Auftaktaufgabe ein zähes Nervenspiel – mit dem besseren Ende für den Außenseiter.

Dabei lagen beide Spieler statistisch eng beieinander. Der Nordire kam auf einen Drei-Dart-Average von 88,25 Punkten, der Kanadier lag mit 87,85 Punkten nur minimal darunter. Auch bei den 180ern herrschte Gleichstand: Beide warfen zwei Maxima. Der Unterschied entstand deshalb weniger über klare Scoring-Dominanz, sondern über die entscheidenden Momente auf den Doppeln.

Long bleibt in der Schlussphase kühler

Der Kanadier nutzte 6 seiner 16 Würfe auf Doppel und kam damit auf eine Checkoutquote von 37,5 Prozent. Rock traf nur 4 seiner 16 Versuche und blieb bei 25 Prozent hängen. Genau diese Lücke wurde in einem engen Match zum Problem. Der Favorit hatte genug Chancen, um die Partie zu drehen, ließ aber zu viele davon aus.

Auch im Spielverlauf bekam der Weltranglistenachte keine echte Kontrolle. Nach dem 3:4-Rückstand kämpfte sich der Nordire zwar noch einmal zum 4:4 zurück, doch „Hollywood“ schlug sofort wieder zu. Beim Stand von 4:5 stand Rock bereits mit dem Rücken zur Wand – und fand keinen Weg mehr zurück ins Match.

Auffällig war auch, dass der Außenseiter bei den hohen Aufnahmen gut mithielt. Zehn Scores von 140 oder mehr standen für Long zu Buche, Rock kam in dieser Kategorie auf acht. Dafür hatte der Favorit bei den 100er-Aufnahmen leichte Vorteile, ohne daraus genügend Druck auf die Doppel zu erzeugen. Das höchste Finish des Spiels ging mit 80 Punkten an den Nordiren, brachte am Ende aber keinen Richtungswechsel mehr.

Für Long ist der 6:4-Erfolg ein echter Coup auf der World-Series-Bühne. Der Kanadier steht bei den US Darts Masters im Viertelfinale, während „Rocky“ seine New-York-Reise früher als erwartet beenden muss. Entscheidend war nicht das spektakulärere Spiel, sondern die bessere Ruhe in den Momenten, in denen das Match kippte. Im Viertelfinale wartet nun Luke Littler, der sich mit 6:4 gegen David Cameron durchgesetzt hatte.

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