Martin Schindler hat sich für den Grand Slam of Darts 2026 qualifiziert. Mit seinem Finaleinzug bei der European Championship in Dortmund erfüllte der 30-Jährige eine der direkten Qualifikationsbedingungen der PDC. Die 8:11-Niederlage gegen Ross Smith im Endspiel änderte daran nichts: Als EM-Finalist steht der Brandenburger bereits auf der offiziellen Teilnehmerliste der Spielergewerkschaft PDPA. Den Umweg über den Tour-Card-Holder-Qualifier am 6. November muss er nicht nehmen.
Noch eine Woche zuvor war nicht einmal seine EM-Teilnahme selbstverständlich. Im abschließenden European-Tour-Ranking belegte „The Wall“ mit 39.500 Pfund Platz 31; nur die besten 32 Spieler erhielten ein Ticket für Dortmund. Aus dieser knappen Qualifikation entwickelte sich innerhalb weniger Tage der größte Major-Erfolg seiner Karriere. Schindler schlug unter anderem Jonny Clayton mit 10:1 und einem Average von 103,16 Punkten. Anschließend bezwang er Krzysztof Ratajski mit 11:6 und erreichte als erster Deutscher das Finale eines großen individuellen PDC-Majors.
Der Lauf brachte ihm 80.000 Pfund Preisgeld und den Sprung von Weltranglistenplatz 23 auf Rang 20. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Schindler zum Jahreswechsel noch auf Position 13 gestanden hatte und anschließend Plätze verlor. Ob sein Aufschwung dauerhaft anhält, lässt sich aus einem einzigen Turnier nicht ableiten. Fest steht aber: Der Grand-Slam-Startplatz ist gesichert, unabhängig davon, wie die verbleibenden Qualifikationswettbewerbe ausgehen. Gerade dieser Gegensatz macht seinen Lauf besonders: Als Nummer 31 schaffte er es nur knapp zur EM, über deren Finale erhielt er unmittelbar ein Ticket für das nächste Major.
Was die Grand-Slam-Qualifikation für „The Wall“ bedeutet
Der 30-Jährige kommt nicht als Neuling nach Wolverhampton. Beim Grand Slam 2025 verlor er zunächst mit 2:5 gegen Luke Woodhouse, reagierte aber mit einem 5:4 gegen Stephen Bunting. Dabei spielte er einen Average von 100,78 Punkten. Ein anschließendes 5:2 gegen Alexis Toylo brachte ihn erstmals ins Achtelfinale, wo Gerwyn Price mit 10:6 gewann. Die Ergebnisse zeigen, dass Schindler bei diesem Turnier bereits unter Druck Gruppenspiele gewinnen konnte. Sie zeigen allerdings ebenso, dass ihm der Schritt über die erste K.-o.-Runde hinaus noch fehlt.
In diesem Jahr erhält er eine weitere Gelegenheit. Der Grand Slam of Darts findet in Wolverhampton statt und umfasst erstmals 48 Teilnehmer. Einzelheiten zum veränderten Spielmodus sind für Schindlers Qualifikation nicht entscheidend: Sein Platz steht bereits fest. Während andere Profis am 6. November in Leicester um Tickets kämpfen und am 8. November noch die PDC Nordic & Baltic Championship ansteht, kann sich der Deutsche auf seine Turniervorbereitung konzentrieren. Mit Jan Schmidt ist zudem ein weiterer deutscher Spieler bereits qualifiziert.
Nach dem Finale ordnete der Brandenburger seine Niederlage gegenüber PDC Europe mit den Worten ein: „Ich habe verloren, aber ich bin trotzdem sehr glücklich.“ Im englischsprachigen Spielbericht bezog er sich ausdrücklich auf das gesicherte Grand-Slam-Ticket. Sein Fazit, ins Deutsche übersetzt: „Das ist wahrscheinlich das Beste daran!“
Gerade darin liegt die Bedeutung des Dortmunder Wochenendes. Der historische EM-Finaleinzug bleibt Schindlers größtes Ergebnis auf einer individuellen Major-Bühne. Zugleich hat er sich damit eine weitere Chance erspielt, seine Leistungen vor großem Publikum zu bestätigen. Für den Grand Slam 2026 muss der 30-Jährige nicht mehr um die Teilnahme kämpfen. Seine nächste sportliche Aufgabe beginnt erst am Board. Der Grand Slam of Darts findet vom 14. bis 22. November 2026 im WV Active Aldersley in Wolverhampton, England, statt.






 steht im Viertelfinale der Swiss Darts Trophy 2026.](https://dartsinside.de/wp-content/uploads/2026/10/Luke-Humphries-1-768x489.webp)



