Grand Slam of Darts 2026: Darum müssen Bunting & Co. in den Qualifier

Stephen Bunting gehört zur Weltspitze im Dartsport. Trotzdem steht der Engländer am Freitag, 6. November, nicht auf der Liste der sicheren Teilnehmer. Stattdessen muss „The Bullet“ in Leicester um einen Platz beim Grand Slam of Darts 2026 kämpfen. 91 Spieler treten dort an, aber nur zehn erhalten ein Ticket für das Major in Wolverhampton.

Der 41-Jährige ist laut PDC der höchstplatzierte Profi im Teilnehmerfeld. Auch Danny Noppert, Peter Wright, Michael Smith und Raymond van Barneveld sind gemeldet. Noppert erreichte beim Grand Slam of Darts im Vorjahr das Halbfinale. Smith und van Barneveld haben das Turnier bereits gewonnen, Wright stand dreimal im Endspiel. Diese Erfolge aus früheren Jahren sichern jedoch keinen automatischen Startplatz für 2026.

Die Erklärung liegt im besonderen Qualifikationssystem. Anders als bei vielen anderen PDC-Turnieren reicht eine hohe Position in der Order of Merit beim Grand Slam of Darts allein nicht aus. Entscheidend sind vor allem Titel und Finalteilnahmen bei bestimmten Wettbewerben. Zur Saison 2026 wurde das Teilnehmerfeld von 32 auf 48 Profis erweitert.

Zunächst berücksichtigt die PDC die Sieger und Finalisten ausgewählter TV-Turniere innerhalb des festgelegten Qualifikationszeitraums. Dazu gehören die Weltmeisterschaft, Premier League, UK Open, World Matchplay, World Grand Prix und European Championship. Qualifiziert sich ein Spieler mehrfach, bleibt es bei einem Startplatz. Ein Turniersieg oder Endspiel kann also mehr bewirken als eine über Monate starke Platzierung in der Weltrangliste.

Weitere Einladungen gehen an Qualifikanten aus Nachwuchs-, Frauen- und internationalen Wettbewerben. Berücksichtigt werden unter anderem die World Youth Championship, die Ranglistenersten der Development Tour und Challenge Tour sowie die Women’s Series. Danach werden freie Plätze über einzelne European-Tour-Siege und anschließend über Players-Championship-Siege vergeben. Dabei zählt zuerst die Anzahl dieser Turniersiege, bei Gleichstand entscheidet die PDC-Weltrangliste. Die ProTour Order of Merit ist kein eigenständiger Qualifikationsweg.

Die Weltrangliste ist damit zwar ein wichtiges Hilfsmittel für die Reihenfolge, aber kein Ersatz für einen qualifizierenden Erfolg. Genau dieser Unterschied sorgt beim Grand Slam of Darts regelmäßig für Überraschungen.

Warum selbst Topspieler durch den Qualifier müssen

Der Vergleich zwischen Bunting und Gabriel Clemens zeigt die Besonderheit besonders deutlich. Der Deutsche hat sich mit einem Sieg bei einer Players Championship das Ticket für den Grand Slam of Darts gesichert. Bunting steht zwar in der Weltrangliste weiter oben, erfüllte aber keinen direkten Qualifikationsweg. Deshalb muss „The Bullet“ durch den Qualifier, während Clemens bereits für Wolverhampton planen kann.

Für Danny Noppert gilt dasselbe Prinzip. Sein Halbfinale von 2025 reicht nicht, weil ein solcher Erfolg keinen automatischen Platz für die nächste Ausgabe garantiert. Auch frühere Titel helfen Michael Smith und Raymond van Barneveld diesmal nicht weiter. Peter Wright muss ebenfalls antreten. Der Grand Slam of Darts belohnt damit nicht bloß den Bekanntheitsgrad oder die langfristige Konstanz, sondern bestimmte Leistungen innerhalb eines klar abgegrenzten Zeitraums.

Warum werden gerade zehn Plätze ausgespielt? Ursprünglich sollten bis zu 40 der insgesamt 48 Startplätze vor dem Qualifier vergeben werden. Acht Tickets waren für den Tour Card Holder Qualifier vorgesehen. Eine Tour Card ist die Spielberechtigung für die professionelle PDC-Tour. Tatsächlich stehen bislang aber nur 37 Teilnehmer fest. Ein weiterer Platz ist für den Sieger der Nordic & Baltic Championship am 8. November reserviert. Deshalb werden in Leicester zehn statt acht Tickets ausgespielt. Die 91 gemeldeten Spieler müssen sich diese Startplätze in einem separaten K.-o.-Qualifikationsturnier erkämpfen. Eine hohe Weltranglistenposition garantiert dabei keine Teilnahme.

Für Deutschland sind Martin Schindler, Gabriel Clemens und Jan Schmidt bereits qualifiziert. Schindler erreichte das Finale der European Championship, Schmidt das Endspiel der World Youth Championship. Ricardo Pietreczko, Niko Springer und Max Hopp müssen dagegen im Qualifier antreten. Für sie gelten dieselben Regeln wie für Stephen Bunting.

Gespielt wird am Freitag (06.11.) in der Mattioli Arena in Leicester, ab ungefähr 13 Uhr deutscher Zeit. Das Hauptturnier des Grand Slam of Darts findet vom 14. bis 22. November in Wolverhampton statt. Ob Stephen Bunting dabei sein wird, entscheidet nicht sein Weltranglistenplatz, sondern seine Leistung an diesem Qualifikationstag.

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