Cameron Menzies zerlegt Gerwyn Price mit 106er-Average – Achtelfinale wartet

Cameron Menzies hatte vor dem Duell mit Gerwyn Price noch gescherzt. Wenige Stunden später hatte der Schotte auch sportlich allen Grund zur besten Laune. Bei den Slovak Darts Open 2026 in Bratislava setzte sich „Cammy“ mit 6:2 gegen den ehemaligen Weltmeister durch und spielte dabei eines der stärksten Matches des bisherigen Turniers.

Der Schotte kam auf einen Average von 106,00 Punkten, warf sieben 180er und setzte mit einem 144er-Checkout den Höhepunkt der Partie. Price blieb mit 96,74 Punkten im Schnitt keineswegs schwach, bekam gegen diesen Scoring-Druck aber kaum Luft. Der Waliser traf zwar zwei seiner drei Doppelversuche, doch Menzies erspielte sich deutlich mehr Chancen und holte sich sechs Legs aus 13 Versuchen auf die Doppel.

Dabei passte der Auftritt perfekt zur Geschichte des Vortags. Nach seinem 6:1-Auftaktsieg gegen Gabriel Varaljay hatte Menzies im PDC-Interview noch klargemacht: „Am Ende zählt nur der Sieg.“ Gegen Price zählte nun nicht nur der Sieg, sondern auch die Art und Weise. Denn der 36-jährige Schotte schlug nicht irgendeinen Gegner, sondern einen der größten Namen des Feldes – und das mit echten Topzahlen.

Aus „Wer?“ wird ein 106er-Average

Schon vor dem Match hatte Menzies seinen typischen Mix aus Humor und Respekt gezeigt. Als der Name Gerwyn Price fiel, fragte er zunächst scherzhaft: „Wer?“ Danach wurde der Schotte aber deutlich ernster. „Gerwyn Price ist natürlich eine Legende dieses Sports und einer der besten Spieler der Welt. Er macht das seit Jahren auf höchstem Niveau. Er ist nicht ohne Grund Weltmeister geworden“, sagte der Weltranglisten-29 nach seinem Auftaktsieg.

Genau gegen diese Legende spielte Menzies nun, als hätte er sich die Aufgabe selbst auf den Zettel geschrieben. Sieben 180er in acht Legs sind eine Ansage. Immer wieder nahm er Price mit schweren Aufnahmen den Raum, setzte früh Druck auf dessen Anwurflegs und ließ den „Iceman“ nicht in den Rhythmus kommen, in dem der Waliser solche Spiele normalerweise dreht.

Price machte aus seinen wenigen Doppelchancen viel, doch Menzies dominierte das Match über die Masse an Druckmomenten. Besonders das 144er-Finish unterstrich, dass dieser Sieg nicht nur über hohes Scoring kam, sondern auch über die großen Darts zur richtigen Zeit. Aus dem lockeren „Wer?“ wurde am Board eine deutliche Antwort.

Auch der Bratislava-Bogen blieb damit stimmig. „Cammy“ hatte die Stadt nach seinem ersten Auftritt als „großartige Stadt“ beschrieben, erzählte von seinem Rundgang und davon, wie sehr er die neue European-Tour-Station annimmt. „Morgen sehen wir, was passiert“, hatte er vor Tag 2 gesagt. Was dann passierte, war eine klare Machtdemonstration gegen Gerwyn Price.

Für Menzies ist dieser Sieg deutlich mehr als nur der Einzug ins Achtelfinale am Sonntag (21.06.). Nach dem souveränen Auftakt gegen Varaljay hat er nun einen ehemaligen Weltmeister mit 6:2 geschlagen, dabei 106 Average gespielt und sieben 180er geworfen. Viel lauter kann man sich auf der European Tour kaum melden.

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