Beau Greaves vor Women’s Series 13–16: Wer stoppt sie in Wigan?

Beau Greaves reist wieder als die Spielerin an, an der sich alle anderen messen müssen. Wenn die PDC Women’s Series am Wochenende mit den Events 13 bis 16 in Wigan weitergeht, steht nicht nur der nächste Viererblock der Saison an. Es geht auch um die letzte große Weichenstellung vor dem Women’s World Matchplay in Blackpool.

Die Ausgangslage ist klar: die dreimalige WDF-Weltmeisterin dominiert die Women’s Series auch 2026. In der Order of Merit  liegt sie nach zwölf Events deutlich vorn, im Matchplay-Race ebenfalls. Trotzdem ist Wigan mehr als nur die nächste Bühne für die große Favoritin. Nach Event 16 stehen die acht Spielerinnen fest, die am 26. Juli im Winter Gardens um den Matchplay-Titel spielen. Für viele Verfolgerinnen wird das Wochenende damit zum entscheidenden Moment.

„Beau ’n’ Arrow“ selbst muss sportlich längst nicht mehr beweisen, dass sie zur eigenen Klasse im Frauen-Darts geworden ist. Die 22-Jährige hat die Women’s Series in den vergangenen Jahren geprägt wie keine andere Spielerin. Ihre Dominanz ist so groß, dass inzwischen nicht mehr jede Turnierteilnahme nur nach dem Titel bewertet wird, sondern nach der Frage: Wer kann sie überhaupt über einen ganzen Tag hinweg stoppen?

Women’s Series 13–16 kompakt

  • Turnier: PDC Women’s Series Events 13 bis 16
  • Termin: 20. und 21. Juni 2026
  • Ort: Robin Park Leisure Centre, Wigan
  • Format: vier einzelne Ranglistenturniere an zwei Tagen
  • Preisgeld: £2.500 Siegprämie pro Event
  • Besonderheit: Nach Event 16 stehen die acht Teilnehmerinnen für das Women’s World Matchplay fest
  • Stand Matchplay-Race: Beau Greaves führt nach zwölf Events deutlich vor Lisa Ashton und Fallon Sherrock

Greaves bleibt der Maßstab

Genau darin liegt die Spannung für Wigan. Die 22-Jährige ist Favoritin, aber die vergangenen Events haben auch gezeigt, dass die Konkurrenz einzelne Lücken nutzen kann. Lisa Ashton bringt Erfahrung und Matchplay-Qualität mit, Fallon Sherrock bleibt auf großen Bühnen gefährlich, Deta Hedman und Gemma Hayter haben sich ebenfalls in Position gebracht. Dazu kommen Spielerinnen wie Rhian O’Sullivan, Vicky Pruim oder Kirsi Viinikainen, die im Rennen um Blackpool wichtige Punkte gesammelt haben.

Für Greaves geht es trotzdem um mehr als nur den nächsten Titel. Jede Women’s-Series-Runde ist inzwischen auch Teil einer größeren Einordnung: Wie groß ist der Abstand wirklich? Bleibt sie über mehrere Events hinweg so stabil, dass selbst starke Verfolgerinnen kaum Zugriff bekommen? Oder wird Wigan zu einem Wochenende, an dem die Serie enger wirkt als die Rangliste vermuten lässt?

Die Favoritenrolle kann dabei auch zur Belastung werden. Greaves wird nicht mehr als Überraschung gesehen, sondern als Standard. Von ihr werden Finals, Titel und hohe Averages erwartet. Genau das macht ihre Leistung so bemerkenswert, aber auch jedes frühe Aus sofort zur Schlagzeile. In Wigan wird deshalb nicht nur gezählt, ob die Tour-Card-Inhaberin wieder gewinnt. Es wird auch darauf geschaut, wie sie gewinnt — und ob jemand lange genug Druck aufbauen kann.

Blackpool macht Wigan besonders brisant

Der zweite große Reiz liegt hinter Beau Greaves. Während sie vorne komfortabel das Bild prägt, ist der Kampf um die Matchplay-Plätze deutlich enger. Die Top acht nach Event 16 qualifizieren sich für das Women’s World Matchplay. Damit kann ein gutes Wochenende in Wigan die Saison einer Spielerin verändern, ein schwacher Viererblock aber genauso teuer werden.

Gerade der Bereich rund um Platz acht ist gefährlich. Wer knapp innerhalb der Qualifikationszone steht, darf sich nicht auf dem Vorsprung ausruhen. Wer knapp dahinter lauert, braucht mindestens einen tiefen Lauf, vielleicht sogar mehr. In kurzen Women’s-Series-Turnieren kann sich ein solcher Cut schnell verschieben: ein Halbfinale hier, ein frühes Aus dort, und die Rechnung sieht plötzlich anders aus.

Für deutsche Spielerinnen bleibt der Weg nach Blackpool dagegen weit. Silvia Lindner ist in der Women’s-Series-Order-of-Merit die bestplatzierte Deutsche, doch der Abstand zur Spitze ist groß. Für sie und die weiteren deutschen Teilnehmerinnen geht es in Wigan daher eher darum, Preisgeld, Erfahrung und Anschluss zu sammeln.

Im Mittelpunkt steht trotzdem die erste Frau mit einem PDC-Rankingtitel. Wigan wird zeigen, ob die große Favoritin ihre Dominanz einfach fortschreibt – oder ob eine Verfolgerin genau zum richtigen Zeitpunkt ein Ausrufezeichen setzt. Blackpool wartet, aber vorher muss an Beau Greaves vorbei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert