Der Samstag der PDC Women’s Series 2026 in Wigan gehörte einer Spielerin. Die Engländerin gewann zunächst Event 13 und legte wenig später auch in Event 14 nach. Zwei Turniere, zwei Titel, zwei weitere klare Signale an die Konkurrenz: In der Women’s Series führt der Weg weiter fast immer über „Beau ’n’ Arrow“.
Der erste Titel des Tages kam mit einem deutlichen Schlusspunkt. In Event 13 setzte sich Greaves im Finale mit 5:0 gegen Vicky Pruim durch. Die Schwedin hatte sich zuvor stark bis ins Endspiel gespielt, fand gegen die Führende der Women’s Series Order of Merit aber nicht mehr genug Zugriff. Die 22-Jährige machte aus dem Finale eine klare Angelegenheit und bestätigte damit ihren Status als Spielerin, die solche Turniere nicht nur gewinnt, sondern in den entscheidenden Momenten oft regelrecht zumacht.
Greaves schlägt Sherrock, Gofford und Pruim
Schon auf dem Weg zum Event-13-Titel hatte Beau Greaves ein wichtiges Ausrufezeichen gesetzt. Im Viertelfinale besiegte sie Fallon Sherrock mit 5:2 und spielte dabei einen Average von 92,79 Punkten. Sherrock kam auf 81,06 Punkte, konnte das Topduell aber nicht lange genug offenhalten. Im Halbfinale musste die Favoritin gegen Jade Gofford deutlich mehr arbeiten. Gofford hielt das Match bis zum 3:3 offen, ehe Greaves in der Schlussphase die Kontrolle übernahm und mit 5:3 ins Finale einzog.
Auf der anderen Seite des Draws hatte Vicky Pruim ihren Finalplatz verdient. Sie besiegte Trina Gulliver im Viertelfinale mit 5:2 und setzte sich anschließend im Halbfinale ebenfalls mit 5:2 gegen Aileen de Graaf durch. Gegen de Graaf spielte Pruim 83,70 Punkte im Schnitt, de Graaf kam auf 79,44. Im Finale war dieser Lauf dann allerdings beendet: Die Engländerin ließ Pruim beim 5:0 keine Chance und holte sich den ersten Titel des Wigan-Samstags.
Event 14 erzählte anschließend eine ähnliche, aber nicht identische Geschichte. Die Dominatorin gewann erneut, diesmal im Finale mit 5:1 gegen Karolina Ratajska. Das Endspiel war statistisch kein Feuerwerk: Greaves spielte 82,05 Punkte im Average, Ratajska kam auf 70,17. Doch auch hier zählte am Ende die Kontrolle. Die Favoritin gab nur ein Leg ab und sicherte sich damit den Doppel-Event-Sieg.
Ihre stärkste Leistung in Event 14 hatte die Führende der Order of Merit bereits im Halbfinale gezeigt. Gegen Aileen de Graaf gewann die 22-Jährige mit 5:0 und spielte dabei einen Average von 100,20 Punkten. De Graaf lag bei 78,42 und bekam kaum Zugriff. Nach einem etwas zäheren Viertelfinale gegen Aoife McCormack, das Greaves mit 5:3 gewann, war der Whitewash im Halbfinale die klare Erinnerung daran, wie schnell die Engländerin ein Turnier wieder komplett an sich ziehen kann.
Die zweite starke Geschichte von Event 14 schrieb Karolina Ratajska. Die Polin, Ehefrau von Krzysztof „The Polish Eagle“ Ratajski, spielte sich mit einem bemerkenswerten Lauf bis ins Finale. Schon im Achtelfinale nahm sie Fallon Sherrock mit 4:2 aus dem Turnier und spielte dabei 84,80 Punkte im Schnitt. Danach gewann sie im Viertelfinale ein enges 5:4 gegen Trina Gulliver und setzte sich im Halbfinale mit 5:2 gegen Sue Lowther durch.
Für Ratajska war das trotz der klaren Finalniederlage ein wertvolles Ergebnis. Siege über Sherrock, Gulliver und Lowther bringen nicht nur Preisgeld für die Order of Merit, sondern auch Sichtbarkeit an einem Wochenende, das sonst sehr schnell wieder nur über die Seriensiegerin erzählt worden wäre. Genau diese Nebenstory macht Event 14 interessant: Der Titel ging erneut an die große Favoritin, aber Ratajska spielte sich in Wigan ebenfalls nach vorne.
Für die Women’s Series Order of Merit ist der Samstag trotzdem vor allem ein Greaves-Tag. Zwei Titel aus zwei Events bedeuten weitere Kontrolle an der Spitze und noch mehr Abstand auf die Verfolgerinnen. Am Sonntag folgen in Wigan die Events 15 und 16. Nach diesem Samstag ist die Ausgangslage klar: Die Konkurrenz kann Läufe starten, einzelne Matches offenhalten und Geschichten schreiben. Aber wenn es um Titel geht, bleibt Beau Greaves weiter die Spielerin, die alle jagen.










