Tom Sykes hat sein Debütmärchen bei den Slovak Darts Open weitergeschrieben. Der Engländer setzte sich im Viertelfinale mit 6:2 gegen Jermaine Wattimena durch und steht bei seinem ersten European-Tour-Auftritt direkt im Halbfinale.
Es war kein Sieg, der über riesige Zahlen kam. Der Tour-Card-Neuling spielte einen Average von 88,60 Punkten, Wattimena lag bei 84,35. Das Match lebte vor allem von den besseren Momenten auf Doppel. Während Sykes sechs seiner 13 Checkdarts nutzte und auf 46,15 Prozent kam, traf Wattimena nur zwei seiner 16 Versuche. Diese 12,5 Prozent waren am Ende deutlich zu wenig, um den Lauf des Debütanten zu stoppen.
Sykes hatte in Bratislava schon vor dem Viertelfinale überrascht. Erst schlug er Niko Springer, dann warf er Martin Schindler in einem Decider aus dem Turnier, anschließend folgte der Erfolg gegen Cameron Menzies. Gegen Wattimena ging es nun um die Frage, ob aus der starken Geschichte ein echter Halbfinal-Lauf wird. Die Antwort fiel klar aus.
Der Engländer spielte nicht fehlerfrei, aber abgeklärt. Er warf eine 180, neun Aufnahmen von 140 oder mehr Punkten und blieb in den entscheidenden Phasen stabiler als sein Gegner. Wattimena kam zwar auf neun Aufnahmen von 100 oder mehr Punkten, ließ aber zu viele Chancen auf Doppel liegen. Genau dort entschied sich das Match.
Sykes gewinnt die wichtigen Momente
Gerade das macht diesen Lauf so bemerkenswert. Der Engländer gewinnt in Bratislava keine Schönheitspreise, aber er gewinnt die richtigen Legs. Auf der European Tour reicht manchmal nicht der große Name, sondern der saubere Dart im richtigen Moment. Gegen Wattimena hatte der 33-Jährige genau diese Ruhe.
Für einen Debütanten ist der Halbfinaleinzug ein massives Ausrufezeichen. Der „The Castleford Tiger“ wirkt nicht wie ein Spieler, der zufällig in einen guten Draw geraten ist. Er hat in diesem Turnier mehrere Prüfungen bestanden: den starken Auftakt gegen Springer, den Drucktest gegen Schindler, die Bestätigung gegen Menzies und nun den klaren Viertelfinal-Sieg gegen Wattimena.
Damit bekommt die Geschichte von Bratislava einen echten Außenseiterbogen. Tom Sykes war vor dem Wochenende nicht der Name, auf den alle geschaut haben. Jetzt steht er unter den letzten Vier und trifft im Halbfinale auf Rob Cross, der zuvor Nathan Aspinall mit 6:2 geschlagen hatte.
Für Cross wird es ein Duell gegen einen Gegner, der längst nichts mehr zu verlieren hat. Für Sykes ist es die nächste Chance, aus einem starken Debüt endgültig eine der auffälligsten European-Tour-Geschichten der Saison zu machen.









