Slovak Darts Open 2026: Was bringt uns die Abendsession an Tag 2?

Bei den Slovak Darts Open 2026 ist die Nachmittagssession abgehakt, doch der zweite Turniertag ist damit noch lange nicht erzählt. Am Abend werden in Bratislava die letzten acht Tickets für den Finaltag vergeben. Wer jetzt gewinnt, steht am Sonntag im Achtelfinale. Wer verliert, verpasst die entscheidende Phase des ersten European-Tour-Turniers auf slowakischem Boden.

Genau deshalb ist diese Abendsession mehr als nur der zweite Block eines langen Samstags. Sie entscheidet, mit welchem Gewicht das Turnier in Tag 3 geht. Martin Schindler trifft auf Tom Sykes, Gerwyn Price bekommt es mit Cameron Menzies zu tun, Gian van Veen spielt gegen Rob Cross, Michael van Gerwen wartet auf Krzysztof Ratajski. Dazu kommen Nathan Aspinall, Jonny Clayton, Stephen Bunting, Ross Smith und Joe Cullen. Viel dichter kann man eine Abendsession an Tag 2 kaum sein.

Schindler gegen Sykes, Price gegen Menzies: Der Abend hat mehrere Reizpunkte

Aus deutscher Sicht steht natürlich Martin Schindler im Fokus. Der Strausberger trifft auf Tom Sykes, der am Freitag mit seinem 6:2 gegen Niko Springer direkt ein Ausrufezeichen setzte. Der Engländer kam als Außenseiter nach Bratislava, spielte bei seinem European-Tour-Debüt aber einen 103,64er-Average und trat danach entsprechend selbstbewusst auf. „Das hat sich gut angefühlt“, sagte der 33-Jährige nach dem Match im PDC-Interview. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf sein eigenes Niveau: „Ich weiß, dass ich das Spiel habe, um jeden zu schlagen.“

Für Schindler ist das eine unangenehme Aufgabe: Er ist der gesetzte Spieler, bekommt aber keinen Gegner, der nur froh ist, dabei zu sein. Wenn der Außenseiter wieder früh ins Scoring kommt und seine Doppel so konsequent nutzt wie gegen Springer, kann aus einer vermeintlichen Pflichtaufgabe sehr schnell ein zäher Abend werden. Gleichzeitig ist es für Schindler genau die Art Spiel, die er gewinnen muss, wenn dieses European-Tour-Wochenende mehr sein soll als ein kurzer Auftritt vor dem Finaltag.

Direkt danach wartet das nächste Duell mit eigener Geschichte: Gerwyn Price gegen Cameron Menzies. „Cammy“ kam mit einem klaren 6:1 gegen Gabriel Varaljay durch die erste Runde und war danach bestens gelaunt. Für ihn zählte dabei weniger die Höhe des Averages als das Ergebnis. Sinngemäß machte der 36-jährige Schotte klar: Lieber mit einem niedrigen Schnitt gewinnen, als mit einem 105er-Average verlieren.

Als der Name Gerwyn Price fiel, reagierte Menzies zunächst mit einem Lächeln und fragte scherzhaft: „Wer?“ Danach wurde der Schotte im PDC-Interview wieder ernst. „Gerwyn Price ist natürlich eine Legende dieses Sports und einer der besten Spieler der Welt. Er macht das seit Jahren auf höchstem Niveau. Er ist nicht ohne Grund Weltmeister geworden.“ Genau dieser Mix macht das Match interessant: ein bisschen Spaß, ein bisschen Chaos, aber auch klare Anerkennung für die Aufgabe, die vor ihm liegt.

Auch Gian van Veen gegen Rob Cross hat das Gewicht eines späteren Turnierduells. Van Veen ist einer der formstärksten Spieler der Saison und reist längst nicht mehr als Talent mit Bonusstatus zu solchen Events. Cross wiederum hat die Erfahrung, solche Aufgaben zu überstehen, muss gegen den Niederländer aber mehr zeigen als nur solide Verwaltung. Wer dieses Spiel gewinnt, geht mit einer starken Botschaft in den Sonntag.

Michael van Gerwen gegen Krzysztof Ratajski ist dagegen ein anderes Duell. Weniger wild, weniger laut, aber nicht weniger gefährlich. Ratajski kann Spiele lange offen halten, wenn der Favorit nicht konsequent startet. Für van Gerwen geht es deshalb nicht nur ums Weiterkommen, sondern auch darum, vor dem Finaltag Autorität auszustrahlen. Ein knapper Arbeitssieg würde reichen, ein klarer Auftritt würde mehr sagen.

Eröffnet wird der Abend von Nathan Aspinall gegen Jim Long. Später folgen Jonny Clayton gegen Ryan Joyce, Stephen Bunting gegen Niels Zonneveld sowie Ross Smith gegen Joe Cullen. Gerade diese Partien können den Turnierbaum noch einmal verschieben. Clayton, Bunting, Smith und Cullen sind Namen, die an einem guten Sonntag tief laufen können. Aber dafür müssen sie den Samstagabend erst einmal überstehen.

Was bringt uns die Abendsession also? Acht Spiele, mehrere Favoritenprüfungen und die letzten Antworten vor Tag 3. Nach dem Abend steht fest, welche 16 Spieler am Sonntag noch vom Titel in Bratislava träumen dürfen. Dann wird aus dem Turnier ein Sprint: Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale, Finale. Die Abendsession liefert dafür die letzte Sortierung – und vielleicht schon den Hinweis, wer bei den Slovak Darts Open wirklich bereit für die entscheidende Phase ist.

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