Die Players Championship 9 und 10, die am 13. und 14. April 2026 über die Bühne gehen, stehen vor ungewöhnlichen Vorzeichen. Gleich mehrere Topstars werden bei den beiden ProTour-Turnieren in Wigan fehlen – und genau das verändert die Ausgangslage spürbar. Vor allem die Abwesenheit von Luke Littler sorgt für Aufmerksamkeit. Der junge Engländer setzt seine zuletzt diskutierte ProTour-Pause fort und wird auch bei diesen Events nicht antreten. Doch damit nicht genug: Auch Michael van Gerwen und Gary Anderson stehen nicht auf der Teilnehmerliste.
Ein Trio, das normalerweise jedes Teilnehmerfeld prägt – und dessen Fehlen das Turnier deutlich offener macht.
Ungewohnte Ausgangslage auf der ProTour
Die Players Championship zählt zu den konstantesten Formaten im Kalender. 128 Spieler, ein klar strukturiertes Turnier – und in der Regel ein Feld, in dem sich die Topspieler regelmäßig durchsetzen. Doch genau dieses Muster könnte diesmal aufgebrochen werden. Mit Luke Humphries und Gerwyn Price sind zwar weiterhin große Namen vertreten, doch die Dichte an absoluten Topfavoriten ist geringer als gewohnt. Dadurch verschieben sich automatisch die Kräfteverhältnisse.
Spieler aus der zweiten Reihe rücken stärker in den Fokus. Matches, die sonst klar verteilt wären, werden plötzlich offener. Und genau das macht diese beiden Turniere so interessant.
Chance für Verfolger – und konkrete Namen im Fokus
Die Players Championship ist nicht nur ein weiteres Turnier im Kalender. Sie ist ein zentraler Bestandteil der Ranglistenentwicklung. Jeder Sieg, jede Runde und jedes Preisgeld wirken sich direkt auf die Position in der Order of Merit aus.
Gerade in einem Teilnehmerfeld ohne mehrere Topstars entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Spieler wie Chris Dobey, Dirk van Duijvenbode oder Ryan Searle rücken dadurch automatisch stärker in den Fokus. Allesamt gehören sie zur erweiterten Spitze, sind regelmäßig in der Lage, tiefe Runs zu spielen – profitieren aber besonders davon, wenn absolute Topfavoriten fehlen. Auch Spieler aus der zweiten Reihe, etwa Wessel Nijman oder Cameron Menzies, bekommen eine realistische Chance, sich in solchen Turnieren entscheidend zu positionieren.
Genau darin liegt die besondere Dynamik dieser Events. Ein Turnierverlauf, der sonst früh von großen Namen geprägt wird, kann sich plötzlich öffnen – und Spielern Möglichkeiten geben, die unter normalen Umständen deutlich schwerer zu erreichen wären. Doch genau darin liegt auch der Druck. Denn solche Gelegenheiten sind selten. Wer sie nicht nutzt, verliert nicht nur ein Match, sondern auch die Chance, sich in der Rangliste entscheidend zu verbessern.
Mehr als nur ein „normales“ Turnier
Auf den ersten Blick bleiben die Rahmenbedingungen gleich. Zwei Turniere, klassisches ProTour-Format, gewohnt hoher Rhythmus. Doch durch die Abwesenheit mehrerer Topspieler verändert sich die Bedeutung dieser Events. Sie werden zu einem Prüfstein für die Breite des Feldes. Wer kann die Lücke nutzen? Wer bleibt stabil? Und wer verpasst die Gelegenheit, sich nach vorne zu spielen? Gerade in einer Saison, in der viele Entscheidungen über kleine Margen getroffen werden, können genau solche Turniere den Unterschied machen.
Die Players Championship 9 und 10 sind mehr als nur zwei weitere Termine im Kalender. Sie bieten eine seltene Konstellation, in der sich das Kräfteverhältnis verschiebt – und damit neue Chancen entstehen. Für die Topstars mag es eine Pause sein. Für den Rest des Feldes ist es eine Gelegenheit, die Saison in eine neue Richtung zu lenken.







