PDC Europe Start 2026 erklärt: Modus, Anmeldung und Qualifikation

Mit PDC Europe Start beginnt im August 2026 eine neue Turnierserie, die den Einstieg in den organisierten Dartsport deutlich vereinfachen soll. Statt für jedes Ranglistenturnier weite Strecken zurücklegen zu müssen, treten Spielerinnen und Spieler in teilnehmenden Vereinen und Spielstätten ihrer Umgebung an.

Die erste Saison startet am 3. August 2026 und umfasst zehn Wochen regulären Spielbetrieb. Über regionale Ranglisten können sich die Teilnehmer für Finalturniere, ein neu geschaffenes PDC-Major und sogar für die PDC Europe Super League qualifizieren. Damit führt der Weg theoretisch vom Vereinsabend bis zum Kampf um einen Startplatz bei der Darts-WM.

PDC Europe Start auf einen Blick

Saisonstart: 3. August 2026
Spielbetrieb: zehn Wochen mit lokalen Ranglistenturnieren
Mindestalter: 12 Jahre, Regional Finals ab 16 Jahren
Kosten: 10 Euro Saisonmitgliedschaft plus 6 Euro pro Turnier
Wertung: Die zehn besten Turnierergebnisse zählen
Qualifikation: Die Top 32 jeder Region erreichen das Regional Final
Perspektive: PDC-Major, Next Gen und möglicher Weg in die Super League

Was ist PDC Europe Start?

PDC Europe Start ist eine flächendeckende Amateurserie der PDC Europe. Anders als bei der Next Gen finden die Wettbewerbe nicht nur an wenigen großen Turnierstandorten statt. Vereine und Spielstätten können sich als Gastgeber bewerben und anschließend mindestens einmal pro Woche ein Ranglistenturnier durchführen.

Die Turniere sollen in der Regel an Werktagen zwischen 18 und 20 Uhr beginnen. Dadurch richtet sich das Angebot ausdrücklich auch an Spieler, die berufstätig sind oder bislang hauptsächlich in ihrem Verein beziehungsweise bei kleineren offenen Wettbewerben antreten.

Für die Teilnahme ist eine Saisonmitgliedschaft notwendig, die 10 Euro kostet. Für jedes einzelne Turnier werden zusätzlich 6 Euro Startgeld fällig. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich online über RegConnect und öffnet jeweils sieben Tage vor dem Wettbewerb.

Das Mindestalter liegt bei zwölf Jahren. Wer sich für eines der Regional Finals qualifizieren möchte, muss allerdings mindestens 16 Jahre alt sein. Teilnahmeberechtigt sind Spieler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein. Als Grundlage können die Staatsbürgerschaft, der Geburtsort oder ein mindestens fünfjähriger Wohnsitz in einem dieser Länder dienen.

Auch der sportliche Ablauf ist bewusst kompakt gehalten und auf einen Turnierabend zugeschnitten.

Je nach Größe der Spielstätte wird an vier oder acht Boards gespielt. Im kleineren Format können bis zu 24 Spieler teilnehmen, im größeren bis zu 48. Zunächst werden Gruppen mit maximal sechs Teilnehmern gebildet. Bei Dreiergruppen wird eine Hin- und Rückrunde ausgetragen.

Die Gruppenphase wird im Modus Best of 3 Legs gespielt. Die beiden besten Spieler jeder Gruppe erreichen anschließend die K.-o.-Runde, in der die Begegnungen über Best of 5 Legs entschieden werden.

Anders als bei der PDC Europe Next Gen gibt es bei PDC Europe Start keine wechselnden Spielvarianten. Sämtliche Partien werden im klassischen Format 501 Single In, Double Out gespielt: Die Aufnahme darf mit jedem beliebigen Treffer begonnen werden, zum Beenden eines Legs ist jedoch ein Doppelfeld erforderlich.

Eine besondere Regel soll verhindern, dass einzelne Legs den gesamten Turnierabend zu stark verzögern. Hat keiner der beiden Spieler nach jeweils 60 geworfenen Darts ausgecheckt, wird der Gewinner durch einen Wurf auf das Bullseye ermittelt. Wer das bessere Ergebnis erzielt beziehungsweise bei zwei Würfen außerhalb des Bulls näher am Zentrum liegt, gewinnt das Leg.

PDC Europe Start wird grundsätzlich als Self-Mark-Wettbewerb ausgetragen. In der Gruppenphase weist DartConnect die Schreiber zu. In der ersten K.-o.-Runde übernehmen zunächst die Gruppenletzten, anschließend schreibt in der Regel der Verlierer einer Partie das nächste Match am jeweiligen Board.

Modus, Regionen und Punktesystem

PDC Europe Start ist in insgesamt acht Regionen unterteilt. Deutschland besteht aus den Bereichen Nord, Süd, Ost und West, wobei Luxemburg zur westdeutschen Rangliste gehört. Österreich und die Schweiz werden jeweils in eine West- und eine Ostregion aufgeteilt. Liechtenstein ist der Ostschweiz zugeordnet.

Spieler dürfen auch bei Turnieren außerhalb ihrer Heimatregion antreten. Die erspielten Punkte fließen jedoch immer in die Rangliste der Region ein, in der sie ihren Wohnsitz haben. Dadurch bleibt die regionale Zuordnung unabhängig davon bestehen, an welchem Standort ein Teilnehmer seine Turniere bestreitet.

Bereits die Teilnahme an einem Turnier bringt zwei Punkte. Wer die Gruppenphase übersteht, erhält weitere 18 Punkte und steht damit bei insgesamt 20. Für jeden anschließenden Sieg in der K.-o.-Runde kommen 20 Punkte hinzu. Der Turniersieger erhält zusätzlich 30 Bonuspunkte.

Weitere Zähler können durch besondere Leistungen wie kurze Legs, hohe Aufnahmen oder Highfinishes gesammelt werden. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Anzahl der absolvierten Turniere: Für die regionale Rangliste werden nur die zehn besten Saisonergebnisse eines Spielers gewertet. Schwächere Resultate können im Laufe der Saison deshalb durch bessere Auftritte ersetzt werden.

Von den Regional Finals bis zur Super League

Die besten 32 Spieler jeder regionalen Rangliste qualifizieren sich für ihr Regional Final. Dort wird zunächst erneut eine Gruppenphase gespielt, diesmal über Best of 7 Legs. Auch die anschließenden K.-o.-Spiele werden über diese Distanz ausgetragen, während das Finale im Modus Best of 9 Legs stattfindet. Gespielt wird weiterhin 501 Single In, Double Out.

Innerhalb der Serie schüttet die PDC Europe insgesamt 40.000 Euro Preisgeld aus. Bereits die Qualifikation für ein Regional Final ist mit einem garantierten Preisgeld verbunden. Bedeutender als die finanzielle Belohnung ist allerdings der sportliche Weg, der sich aus den Finalturnieren ergibt.

Jeder der acht Regional Champions qualifiziert sich für ein neu geschaffenes PDC-Major. Name, Termin und genauer Modus des Wettbewerbs sind bislang noch offen. Die PDC Europe hat angekündigt, weitere Einzelheiten zu einem späteren Zeitpunkt zu veröffentlichen.

Zusätzlich treten die acht Regional Champions am 9. November 2026 in vier direkten Duellen gegeneinander an. Die vier Sieger erhalten die letzten Startplätze für die PDC Europe Super League. Diese wird vom 10. bis 13. November in Hildesheim ausgetragen. Insgesamt kämpfen dort 24 Teilnehmer um ein Ticket für die PDC World Darts Championship im Alexandra Palace.

Auch eine Niederlage im Regional Final beendet die möglichen Aufstiegschancen nicht vollständig. Der unterlegene Finalist erhält Starts an zwei Next-Gen-Wochenenden, die Halbfinalisten jeweils an einem. Wer Regional Champion wird, aber das anschließende Duell um die Super League verliert, darf an vier Next-Gen-Wochenenden teilnehmen.

Der Unterschied zur PDC Europe Next Gen

PDC Europe Start und die PDC Europe Next Gen verfolgen ein ähnliches Ziel, setzen aber auf unterschiedlichen Leistungsstufen an. Start ermöglicht den lokalen Einstieg: niedrige Kosten, kurze Wege und regelmäßige Turniere im eigenen Umfeld.

Die Next Gen ist bereits deutlich näher am professionellen Turnierbetrieb. Teilnahmeberechtigt sind Spieler ab 16 Jahren ohne PDC Tour Card, die aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg oder Liechtenstein stammen. Die Wettbewerbe finden an größeren Standorten wie Hildesheim, Kalkar, Sindelfingen und Ried im Innkreis statt.

Für 2026 stehen 16 Next-Gen-Turniere im Kalender. Im Gegensatz zu PDC Europe Start wird dort nicht ausschließlich klassisches 501 Single In, Double Out gespielt. Neben einer neuen Ligaphase kommen unterschiedliche Formate wie Double In, Double Out, Master Out, der FA-Cup-Modus und das schnelle Format 170er Modus zum Einsatz. Ausgewählte Partien der K.-o.-Runde und sämtliche Finalspiele werden zudem im Livestream übertragen.

Die Next Gen bleibt einer der direkten Qualifikationswege für die Super League. PDC Europe Start soll die bisher fehlende Stufe darunter bilden. Ein Spieler kann zunächst lokal Turniererfahrung sammeln, sich über seine regionale Rangliste für das Finalturnier empfehlen und anschließend den Sprung zur Next Gen, zu einem PDC-Major oder sogar in die Super League schaffen.

Genau darin liegt die Stärke des neuen Systems. PDC Europe Start ist nicht einfach eine weitere Amateurserie. Erstmals entsteht ein klar erkennbarer Weg vom regelmäßigen Wettbewerb im eigenen Verein bis zu einer Bühne, auf der im Extremfall ein Startplatz für die Darts-WM vergeben wird.

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