Ricardo Pietreczko hat den deutschen Nachmittag bei den International Darts Open 2026 in Riesa gerettet. Der Nürnberger gewann sein Auftaktmatch gegen Maik Kuivenhoven mit 6:2 und zog damit in die zweite Runde ein. Zuvor waren Finn Behrens und Michael Unterbuchner bereits ausgeschieden.
Für Pietreczko war der Sieg mehr als nur ein normaler Auftakterfolg. Nach schwierigen Wochen stand der Deutsche besonders im Fokus. Gegen Kuivenhoven ging es deshalb nicht um ein Scoring-Feuerwerk, sondern vor allem um Stabilität, Kontrolle und ein gutes Gefühl auf der Bühne.
Pietreczko nutzt seine Chancen konsequent
Der Average von 85,00 Punkten war bei Pietreczkos 6:2-Sieg kein spektakulärer Wert. Entscheidend war aber eine andere Zahl: Der Deutsche traf sechs seiner acht Versuche auf die Doppel und kam damit auf eine starke Checkoutquote von 75 Prozent. Kuivenhoven spielte mit 84,47 Punkten im Schnitt auf ähnlichem Niveau, nutzte aber nur zwei seiner zwölf Darts auf Doppel.
Gerade nach den letzten Auftritten war dieser Sieg für Pietreczko wichtig. Auch die Quoten vor dem Match zeigten, wie skeptisch seine aktuelle Form derzeit bewertet wird. Gegen Maik Kuivenhoven ging der Deutsche nicht als klarer Favorit, sondern eher als Außenseiter in die Partie – ungewöhnlich für ein Duell, in dem Pietreczko nach Name, Erfahrung und Heimkulisse eigentlich mehr Gewicht mitbringt.
Mit dem Erfolg steht Pietreczko in der zweiten Runde. Dort wartet Danny Noppert. Für „Pikachu“ wird das ein deutlich schwererer Prüfstein, doch der erste Schritt in Riesa ist gemacht.
Behrens klar raus, Unterbuchner knapp geschlagen
Für Finn Behrens war der Nachmittag dagegen schnell beendet. Der Host-Nation-Qualifier verlor mit 1:6 gegen Connor Scutt. Behrens kam nur auf einen Average von 72,58 Punkten und traf lediglich einen seiner zehn Versuche auf die Doppel. Scutt spielte mit 91,76 Punkten im Schnitt solide und nutzte sechs seiner neun Checkout-Darts.
Deutlich enger lief es bei Michael Unterbuchner. Der Deutsche unterlag Cameron Menzies mit 5:6, obwohl er statistisch nicht schlechter war. Unterbuchner spielte mit 91,74 Punkten sogar den leicht höheren Average als Menzies, der auf 90,57 kam. Auch auf den Doppeln war Unterbuchner mit fünf Treffern aus 14 Versuchen effizienter als der Schotte. Menzies bekam jedoch deutlich mehr Chancen und brachte das Match im Decider über die Linie.
Damit blieb Pietreczko der einzige deutsche Sieger der Nachmittagssession. Behrens schied klar aus, Unterbuchner verpasste den Erfolg nur knapp.
Schindler trifft auf Sedláček
Auch der Auftaktgegner von Martin Schindler steht fest. Karel Sedláček setzte sich deutlich mit 6:0 gegen Johan Engström durch und trifft damit am Samstag auf Deutschlands Nummer eins. Der Tscheche spielte einen Average von 89,29 Punkten, warf zwei 180er und traf sechs seiner 13 Darts auf Doppel. Engström ließ dagegen acht Chancen auf Doppel ungenutzt und blieb ohne Leggewinn.
Weitere Zweitrundenpartien nahmen ebenfalls Gestalt an. Ryan Joyce gewann zum Auftakt mit 6:2 gegen Jeffrey Sparidaans und trifft nun auf Christian Kist. Der Niederländer rückte nach der kurzfristigen Absage von Gerwyn Price direkt in die zweite Runde nach.. Connor Scutt bekommt es nach seinem Sieg gegen Behrens mit Gian van Veen zu tun. Madars Razma setzte sich mit 6:2 gegen György Jehirszki durch und spielt nun gegen Michael van Gerwen.
Bradley Brooks gewann zudem mit 6:4 gegen Andrew Gilding, obwohl Gilding den höheren Average spielte. Zum Abschluss der Nachmittagssession bezwang Niels Zonneveld Keane Barry mit 6:2. Der Niederländer überzeugte dabei mit einem Average von 96,47 Punkten und einer starken Doppelquote von 75 Prozent.
Für die deutschen Spieler geht der erste Turniertag in Riesa am Abend weiter. Dann stehen unter anderem Liam Maendl-Lawrance, Paul Krohne und Niko Springer am Oche. Nach dem durchwachsenen Nachmittag bleibt Pietreczkos Sieg aber zunächst das wichtigste deutsche Signal des Tages.







