International Darts Open 2026 – Tag 1: Deutsche Abendsession endet ohne Sieg

Nach dem Sieg von Ricardo Pietreczko am Nachmittag ist die deutsche Abendsession bei den International Darts Open 2026 ohne Erfolg geblieben. Liam Maendl-Lawrance, Paul Krohne und Niko Springer schieden am Freitagabend in Riesa jeweils in der ersten Runde aus.

Damit blieb Pietreczko der einzige deutsche Sieger des ersten Turniertages. Gerade Springer war nach den zuletzt positiven Eindrücken mit Hoffnung in den Abend gegangen, konnte diese gegen Charlie Manby aber nicht bestätigen.

Springer findet gegen Manby nicht genug Druck

Niko Springer konnte den deutschen Abend nicht mehr drehen. Der Tour-Card-Neuling unterlag Charlie Manby mit 3:6 und blieb mit 82,27 Punkten im Schnitt deutlich unter dem Niveau seines Gegners. Manby spielte 94,94 Punkte im Average, warf drei 180er und setzte Springer über weite Strecken unter Druck.

Springer nutzte seine wenigen Chancen auf Doppel zwar ordentlich und traf drei seiner fünf Versuche. Das Problem lag aber vorher: Der Deutsche kam zu selten in gute Positionen, um Manby dauerhaft unter Druck zu setzen. Manby hatte mehr Scoring-Power, mehr Kontrolle und erreichte am Ende verdient die zweite Runde.

Der Abend zeigte damit erneut, wie groß die Lücke zwischen Erwartung und Ergebnis bei mehreren deutschen Spielern derzeit sein kann. Die Aufmerksamkeit ist groß, doch auf der Bühne zählen am Ende Scoringdruck, Timing und gewonnene Matches.

Maendl-Lawrance und Krohne scheitern

Zum Auftakt der Abendsession hatte Liam Maendl-Lawrance gegen Dave Chisnall mit 3:6 verloren. Chisnall wirkte dabei keineswegs frei. Der Engländer spielte phasenweise verkrampft und kam trotz klarer Favoritenrolle nur auf einen Average von 85,87 Punkten. Auch Chisnall selbst war mit seinem Auftritt alles andere als zufrieden und bezeichnete seine Leistung im DAZN-Interview als „absoluten Müll“.

Maendl-Lawrance konnte daraus jedoch zu wenig machen. Der Deutsche blieb bei 75,95 Punkten im Schnitt und traf nur drei seiner 15 Darts auf die Doppel. Chisnall setzte mit einem 138er-Finish zwar das Highlight der Partie, insgesamt blieb es aber ein zäher Arbeitssieg.

Deutlich besser war das Niveau später zwischen William O’Connor und Paul Krohne. Krohne unterlag dem Iren mit 2:6, spielte mit 88,37 Punkten im Schnitt aber phasenweise ordentlich mit. O’Connor war jedoch klar stabiler, kam auf 98,10 Punkte im Average und traf sechs seiner zwölf Darts auf Doppel. Besonders auffällig: Der Ire startete im zweiten Leg mit sieben perfekten Darts und setzte später mit einem 121er-Finish über das Bullseye ein weiteres Ausrufezeichen.

Doets glänzt, Cross und Cullen gewinnen Decider

International setzte Kevin Doets eines der stärksten Zeichen der Abendsession. Der Niederländer ließ Tom Bissell beim 6:0 keine Chance und spielte einen Average von 102,48 Punkten. Besonders stark war Doets auf den Doppeln: Sechs seiner sieben Checkout-Darts fanden ihr Ziel. Bissell kam trotz 89,32 Punkten im Schnitt und zwei 180ern nicht auf die Anzeigetafel.

Rob Cross gewann ein enges Duell mit 6:5 gegen Dirk van Duijvenbode. Der Niederländer spielte mit 99,18 Punkten zwar den höheren Average, Cross blieb mit 95,13 Punkten aber nah genug dran und nutzte im Decider seine Chance. Beide Spieler warfen jeweils vier 180er.

Auch Joe Cullen musste über die volle Distanz. Er setzte sich mit 6:5 gegen Chris Landman durch. Landman hielt mit fünf 180ern und einer Checkoutquote von 50 Prozent dagegen, verlor am Ende aber dennoch im Entscheidungsleg.

Krzysztof Ratajski gewann zudem mit 6:4 gegen Cristo Reyes. Reyes spielte zwar den leicht höheren Average, ließ aber zu viele Chancen auf den Doppeln liegen. Kim Huybrechts setzte sich in einem eher zähen Spiel mit 6:2 gegen Daryl Gurney durch.

Aus deutscher Sicht blieb der Abend damit ernüchternd. Maendl-Lawrance, Krohne und Springer mussten sich verabschieden. Nach dem positiven Pietreczko-Signal am Nachmittag kam am Abend kein weiterer deutscher Erfolg hinzu. Am Samstag richtet sich der Blick damit vor allem auf Martin Schindler und Ricardo Pietreczko. Schindler startet gegen Karel Sedláček ins Turnier, Pietreczko bekommt es nach seinem Auftaktsieg mit Danny Noppert zu tun. Außerdem stehen unter anderem Michael van Gerwen gegen Madars Razma, Gian van Veen gegen Connor Scutt und Ryan Joyce gegen den für Gerwyn Price nachgerückten Christian Kist im Fokus.

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