Gian van Veen kämpft weiter mit Folgen seiner Nierenstein-OP

Gian van Veen gehört 2026 zu den spannendsten Aufsteigern der PDC – doch aktuell kämpft der Niederländer mit einem Gegner, der nichts mit dem Board zu tun hat. Auch Wochen nach seiner Operation wegen Nierensteinen ist der 23-Jährige noch nicht wieder bei 100 Prozent. Zwar steht van Veen längst wieder auf der Bühne, doch die Nachwirkungen sind deutlich spürbar. Der Niederländer selbst spricht offen darüber, dass ihm vor allem Energie und Stabilität fehlen – Faktoren, die auf Topniveau sofort sichtbar werden.

Energieverlust als entscheidender Faktor

Die Probleme sind nicht nur subtil, sondern konkret messbar. Gian van Veen berichtet davon, dass ihm aktuell schlicht die Kraft fehlt, sein gewohntes Spiel konstant durchzuziehen. Besonders auffällig: sein erster Dart verliert an Stabilität und „dippt“ häufiger – ein klares Zeichen für fehlende Energie im Wurf. Auch in Matches zeigt sich das deutlich. Beim Premier-League-Abend in Brighton unterlag van Veen im Viertelfinale mit 4:6 gegen Michael van Gerwen – ein Spiel, in dem vor allem die Chancenverwertung und das Scoring schwankten.

Der Niederländer bringt es selbst auf den Punkt: Er fühle sich zwar grundsätzlich „gut“, merke aber, dass ihm Kraft und Energie fehlen. Genau diese Feinprozente entscheiden auf diesem Niveau über Sieg oder Niederlage. Hinzu kommt: Die Belastung ist nicht konstant steuerbar. Während es an einem Abend „okay“ sei, könne die Energie an anderen Tagen komplett einbrechen – wie zuletzt auf der European Tour, als er nach eigenen Aussagen „komplett leer“ war.

Frühe Rückkehr – Risiko für das Spiel?

Dass van Veen überhaupt schon wieder spielt, zeigt seinen Ehrgeiz – gleichzeitig wirft es Fragen auf. Denn die Rückkehr erfolgte ungewöhnlich schnell: Nach der Operation verpasste er lediglich einen Premier-League-Spieltag und stand kurz darauf wieder am Oche. Experten hatten bereits früh gewarnt, dass genau das zum Problem werden könnte. Gerade bei einem Spieler wie van Veen, dessen Wurf stark auf Timing und Dynamik basiert, kann fehlende körperliche Frische direkte Auswirkungen auf die Technik haben.

Der Zusammenhang ist logisch: Wer nicht mit voller Kraft werfen kann, kompensiert – und genau das kann langfristig zu Ungenauigkeiten führen. Erste Ansätze davon sind bereits sichtbar.

Blick nach vorne: bewusste Pause als Schlüssel?

Immerhin scheint van Veen die Situation realistisch einzuschätzen. Der Niederländer hat bereits Konsequenzen gezogen und wird Teile des ProTour-Kalenders auslassen, um seinem Körper die nötige Erholung zu geben. Das ist ein entscheidender Schritt – denn die Premier League zeigt, wie eng die Leistungsdichte ist. Trotz vier Finalteilnahmen in dieser Saison liegt van Veen aktuell außerhalb der Playoff-Plätze und steht unter Druck.

Gleichzeitig bietet sich ihm eine große Bühne: Der kommende Spieltag in Rotterdam könnte emotional ein Wendepunkt werden. Vor heimischem Publikum zu spielen, ist für viele Spieler ein zusätzlicher Push – gerade in einer Phase, in der Selbstvertrauen und Energie entscheidend sind.

Doch klar ist auch: Ohne vollständige körperliche Erholung wird es schwer, dieses Potenzial konstant abzurufen. Gian van Veen befindet sich aktuell in einer Übergangsphase – zwischen Comeback und vollständiger Rückkehr zur Topform. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die bewusst eingeplanten Pausen ausreichen, um wieder auf sein gewohntes Level zu kommen.

Denn eines ist offensichtlich: Das Talent ist unbestritten – aber auf diesem Niveau entscheidet die körperliche Verfassung oft über Nuancen. Und genau diese fehlen Gian van Veen aktuell noch.

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