Die European Darts Open 2026 in Leverkusen rücken näher – und schon vor der Auslosung sorgt das Teilnehmerfeld für Gesprächsstoff. Vom 10. bis 12. Juli gastiert die European Tour in der Ostermann-Arena. Für viele Fans stellt sich dabei vor allem eine Frage: Warum ist Martin Schindler gesetzt, während andere bekannte deutsche Namen wie Max Hopp oder Ricardo Pietreczko nicht im Feld stehen?
Die Antwort liegt nicht allein in der aktuellen Form oder im heutigen Blick auf die Order of Merit. Entscheidend ist der Stichtag.
Für die diesjährigen European Darts Open lag die Entry Deadline bei Mittwoch, dem 13. Mai 2026, um 14:00 Uhr GMT. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten Tour-Card-Holder ihre Teilnahme melden. Auf dieser Grundlage wurde das Feld sortiert: Die 16 höchstplatzierten gemeldeten Spieler der Main Order of Merit sind gesetzt und steigen direkt in Runde zwei ein. Dazu kommen die nächsten 16 Spieler über die ProTour Order of Merit, die zwar direkt qualifiziert sind, aber schon am Freitag in Runde eins starten. Die übrigen Plätze werden über verschiedene Qualifier vergeben.
Warum Schindler vom Stichtag profitiert
Genau dieser Mechanismus erklärt die deutsche Ausgangslage in Leverkusen. Martin Schindler profitiert für dieses Turnier noch vom Stand zum 13. Mai. Nach der PDPA-Liste gehört der Strausberger zu den Top 16 Seeds und ist damit direkt für die zweite Runde gesetzt. Für Schindler ist das ein wichtiger Vorteil: Er muss am Freitag nicht in die erste Runde, sondern wartet am Samstag auf einen Gegner, der bereits ein Match auf der Bühne gewonnen hat.
Gleichzeitig zeigt der Blick nach vorn, wie eng die Lage inzwischen geworden ist. In der aktuellen PDC Order of Merit steht Schindler nicht mehr in den Top 16, in der ProTour Order of Merit bewegt er sich nur noch um Rang 22/23. Für Leverkusen spielt das noch keine Rolle, weil der alte Stichtag zählt. Für kommende European-Tour-Turniere kann es aber wieder entscheidend werden.
Wichtig dabei: Ein ProTour-Rang um 22 oder 23 bedeutet nicht automatisch, dass Schindler zwingend in einen Qualifier muss. Nach den 16 gesetzten Spielern aus der Main Order of Merit rücken die nächsten 16 gemeldeten Spieler über die ProTour Order of Merit ins Feld. Da manche Spieler bereits über die Main Order abgedeckt sind oder nicht melden, kann auch ein Platz außerhalb der reinen Top 16 noch reichen. Sicher ist aber: Der komfortable Seed-Status ist aktuell nicht selbstverständlich.
Für die kommenden Turniere in Budapest und Prag gilt zudem nicht der 13. Mai, sondern ein anderer Stichtag. Bei der Hungarian Darts Trophy und den Czech Darts Open ist die Entry Deadline der 1. Juli 2026. Dort wird also neu sortiert – und genau deshalb kann Schindlers aktuelle Ranking-Situation für die nächsten Events wieder deutlich wichtiger werden.
Springer direkt drin, Wenig über den Qualifier
Neben Schindler ist auch Niko Springer für Leverkusen qualifiziert. Er gehört jedoch nicht zu den gesetzten Spielern, sondern kam über die ProTour Order of Merit ins Feld. Springer startet damit bereits in Runde eins. Sportlich ist das Chance und Risiko zugleich: Ein Auftaktsieg bringt ihn direkt in ein Duell mit einem Seed, ein früher Ausrutscher beendet das Heimturnier dagegen schon am Freitag.
Ein weiteres deutsches Ticket ging über den Tour Card Holder Qualifier an Lukas Wenig. Dort wurden zehn Plätze vergeben. Neben Wenig qualifizierten sich unter anderem Mario Vandenbogaerde, Sebastian Bialecki, Bradley Brooks, Rhys Griffin, Darius Labanauskas, Samuel Price, Maik Kuivenhoven, Charlie Manby und Mickey Mansell.
Über den Host Nation Qualifier kamen weitere Spieler ins Feld. Aus deutscher Sicht sind dabei vor allem Dragutin Horvat, Daniel Klose und Jan Schmidt interessant. Ebenfalls gelistet ist Jaimy van de Weerd. Dazu kommt Mio Varila über den Nordic & Baltic Qualifier. Der East-Europe-Platz war kurz vor Turnierbeginn noch als weiterer Qualifikationsweg vorgesehen.
Nicht im veröffentlichten Teilnehmerfeld für Leverkusen stehen dagegen Max Hopp und Ricardo Pietreczko. Beide tauchen weder bei den Top 16 Seeds noch bei den ProTour-Qualifizierten, den Tour-Card-Qualifiern oder den Host-Nation-Qualifiern auf. Gerade bei Pietreczko dürfte das für viele Fans auffallen, weil „Pikachu“ bei deutschen European-Tour-Events normalerweise automatisch Aufmerksamkeit zieht.
Für die deutsche Bilanz bedeutet das: Schindler reist als gesetzter Spieler nach Leverkusen, Springer ist direkt qualifiziert, Wenig hat sich über den Tour Card Holder Qualifier ins Feld gespielt. Horvat, Klose und Schmidt erhalten ihre Chance über den Host Nation Qualifier. Hopp und Pietreczko fehlen dagegen.
Damit erzählt das Feld der European Darts Open schon vor dem ersten Dart eine kleine Ranking-Geschichte. Es geht nicht nur darum, wer aktuell gut spielt oder wer im deutschen Fokus steht. Es geht auch darum, wann die Meldeliste geschlossen wurde, welche Rangliste zu diesem Zeitpunkt zählte und welcher Qualifikationsweg offen blieb.
Genau deshalb ist der Stichtag so wichtig. Für Leverkusen zählt der 13. Mai – und deshalb ist Schindler gesetzt. Für die nächsten European-Tour-Events wird neu gerechnet. Dann kann aus einem sicheren Startplatz schnell wieder ein Rechenspiel werden.










