Jack Drayton gehört zu den großen Gewinnern der laufenden PDC Development Tour 2026. Der 19-jährige Engländer steht nach 15 Events auf Rang zwei der Order of Merit und damit aktuell auf einem der beiden Plätze, die am Saisonende eine Tour Card bringen würden. Noch vor einem Jahr war dieser Weg allerdings alles andere als vorgezeichnet: Drayton dachte ernsthaft über eine Golfkarriere in den USA nach.
Im Gespräch mit Online Darts blickte Drayton nun auf seinen rasanten Aufstieg zurück. „Ich weiß, dass ich gut spiele. Ich glaube, es kam irgendwie aus dem Nichts“, sagte der Engländer. Gegen Ende des vergangenen Jahres habe er einige Development-Tour-Events gespielt, um sein Niveau einzuschätzen. Schnell habe er aber gemerkt, dass er dort mithalten kann.
Der Start ins neue Darts-Jahr war zunächst nicht perfekt. „Dann ging ich zur Q-School. Die Q-School lief nicht großartig, danach spielte ich die Challenge Tour. Die Ergebnisse waren nicht so, wie ich sie wollte, aber mein Spiel fühlte sich immer noch richtig gut an“, erklärte Drayton. Als die Development Tour begann, folgte der Durchbruch: zwei Titel am Auftaktwochenende – und plötzlich war der junge Engländer mitten im Rennen um die Tour Card.
Drayton wollte eigentlich den Golf-Weg gehen
Dass Drayton nun zu den spannendsten Namen der Development Tour zählt, überrascht ihn selbst. Golf war für ihn lange deutlich mehr als nur ein Hobby. „Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich all das hier machen würde. Ich wollte nach Amerika gehen, um meine Golfkarriere zu verfolgen und nebenbei Darts auszuprobieren – und jetzt schaut, wo wir sind“, sagte er.
Sein Niveau auf dem Golfplatz beschreibt Drayton als stark. Er spiele ungefähr Scratch beziehungsweise plus 1,5, habe schon als Kind angefangen und über die Jahre einige gute Erfolge gefeiert. Trotzdem weiß der 19-Jährige, wie schwer der Weg in den Profibereich ist. „Wenn ich kein Darts hätte und mich zu 100 Prozent auf Golf konzentrieren würde, glaube ich, dass ich es auf die Tour hätte schaffen können. Aber es ist sehr, sehr schwer“, erklärte Drayton.
Gerade dieser Hintergrund macht seine Entwicklung im Darts interessant. Drayton kennt Leistungssport nicht erst seit seinen Erfolgen am Oche. Er weiß, wie klein die Unterschiede auf hohem Niveau sein können. Im Golf war der Weg lang und unsicher. Im Darts öffnete sich plötzlich eine Tür, die er selbst vor zwölf Monaten kaum erwartet hatte.
Development Tour als direkter Weg zur Tour Card
Aktuell liegt Drayton in der Development Tour Order of Merit nur hinter Sebastian Bialecki. Damit ist die Rechnung klar: Bleibt er unter den Top zwei, würde er sich eine PDC Tour Card sichern. Für den Engländer wäre gerade dieser Weg besonders wertvoll, weil er über eine komplette Saison führt.
„Wenn ich sie über die Development Tour bekommen würde, würde das zeigen, dass ich sie mir verdient und härter dafür gearbeitet habe als nur über ein paar Tage bei der Q-School“, sagte Drayton. Es würde zeigen, dass er über viele Events konstant gut gewesen sei.
Dieses Selbstvertrauen ist bei ihm inzwischen deutlich spürbar. Drayton verwies auf seine Auftritte bei der MODUS Super Series, auf der Development Tour und bei Events auf der Isle of Man. „Überall, wo ich jetzt hingehe, besonders auf der Development Tour, fühle ich mich richtig selbstbewusst, wenn ich ans Board gehe“, sagte er.
Auch die World Youth Championship hat Drayton im Blick. Dort sieht er sich nicht nur als Teilnehmer, sondern als ernsthaften Kandidaten. „Ich glaube, ich kann das Finale der World Youth Championship erreichen und gewinnen“, erklärte der Engländer.
Drayton steht damit an einem Punkt, an dem aus einer überraschenden Entwicklung eine echte Profi-Chance werden kann. Noch ist die Tour Card nicht gewonnen. Aber nach 15 Events ist der frühere Golfspieler längst mehr als eine schöne Randgeschichte der Development Tour.








