Manche Turnierteilnahmen entstehen aus langer Vorbereitung, andere aus purem Zufall. Für Cam Crabtree gehörte die Teilnahme an der European Darts Trophy eindeutig zur zweiten Kategorie. Der junge Engländer musste kurzfristig seine Urlaubspläne über den Haufen werfen und eine hektische Reise über den Atlantik antreten, um überhaupt rechtzeitig in Göttingen anzukommen.
Der Grund: eine kurzfristige Absage im Teilnehmerfeld.
Anruf im Urlaub
Crabtree befand sich eigentlich im Urlaub in Washington D.C. in den Vereinigten Staaten, als ihn die Nachricht erreichte, dass er als Nachrücker beim European-Tour-Event antreten könnte. Der englische Profi rückte für Jonny Clayton nach, der seine Teilnahme nach der Auslosung zurückgezogen hatte.
Damit stand Crabtree plötzlich vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Innerhalb kürzester Zeit musste er die Reise von den USA nach Deutschland organisieren, um rechtzeitig beim Turnier einzutreffen.
Der 22-Jährige beschrieb die Situation später selbstironisch.
„It’s ridiculous when you forget you’re on the reserve list,“ schrieb er auf X, nachdem er kurzfristig aus dem Urlaub zurückgerufen wurde.
5000-Meilen-Reise mit Hindernissen
Der spontane Trip entwickelte sich schnell zu einem echten Reise-Marathon. Laut Berichten musste Crabtree rund 5000 Meilen zurücklegen, um rechtzeitig nach Deutschland zu gelangen.
Dabei lief nicht alles reibungslos. Verspätete Flüge, verpasste Anschlussverbindungen und lange Wartezeiten auf Gepäck machten die Reise noch komplizierter. Erst nach dieser strapaziösen Tour erreichte der Engländer schließlich Frankfurt, von wo aus er weiter nach Göttingen reisen konnte.
Auf Social Media gab Crabtree schließlich ein Update zu seiner Ankunft:
„Just a quick update — I have finally landed in Germany in Frankfurt.“
Von dort ging es direkt zum Hotel, um sich möglichst schnell auf das Turnier vorzubereiten.
Schwierige Vorbereitung auf das Match
Für Crabtree bedeutete die kurzfristige Reise auch eine ungewöhnliche Vorbereitung auf das Turnier. Während viele Spieler bereits mehrere Tage vor einem European-Tour-Event anreisen, um sich an Bühne und Atmosphäre zu gewöhnen, musste der Engländer praktisch direkt aus dem Flugzeug zum Turnierort.
Das ist gerade auf der European Tour eine Herausforderung. Die Turniere gehören zu den wichtigsten Stationen der PDC Pro Tour und werden vor großen Zuschauerkulissen gespielt. Das Event in Göttingen gehört traditionell zu den populärsten Veranstaltungen im europäischen Darts-Kalender und zieht jedes Jahr tausende Fans an.
Duell mit Doets als nächste Aufgabe
Sportlich wartet auf Crabtree am Abend eine besonders schwierige Aufgabe. In der zweiten Runde trifft er auf Kevin Doets, der zuletzt mit einer herausragenden Leistung für Schlagzeilen sorgte.
Doets hatte bereits am ersten Turniertag mit einem außergewöhnlichen Average für Aufmerksamkeit gesorgt und gilt als einer der formstärksten Spieler des bisherigen Turnierverlaufs. Für Crabtree bedeutet das: kaum Zeit zur Anpassung – und sofort ein hochklassiger Gegner auf der Bühne.
Eine verrückte Geschichte der European Tour
Die Geschichte zeigt einmal mehr, wie unberechenbar der Alltag im professionellen Darts sein kann. Absagen, Nachrücker und kurzfristige Reisen gehören auf der Tour immer wieder zum Geschäft.
Für Crabtree dürfte dieser Turnierstart jedoch besonders in Erinnerung bleiben: Vom Urlaub in den USA direkt auf die Bühne eines European-Tour-Events – eine Reise, die tatsächlich einmal um die halbe Welt führte.










