Gerwyn Price kritisiert Premier-League – klare Worte zur PDC-Struktur

Die Kritik kommt von einem der größten Namen im Darts: Gerwyn Price hat das aktuelle Format der Premier League deutlich hinterfragt – und dabei ungewohnt offen gesprochen. Der Waliser sieht vor allem ein zentrales Problem: zu viel Wiederholung, zu wenig Abwechslung. Der frühere Weltmeister, aktuell erneut mittendrin im Kampf um die Playoff-Plätze, spart nicht mit Kritik am bestehenden System. Dabei geht es ihm nicht um seine eigene Form – sondern um die grundsätzliche Struktur des Wettbewerbs.

„Es ist einfach ein bisschen zu repetitiv“

Price bringt es auf den Punkt. Gefragt nach seiner Meinung zum aktuellen Format, antwortete er klar mit „Nein“ – und legte laut Oche180 nach: „Ich denke einfach, es ist ein bisschen repetitiv. Wir spielen dieses Format jede Woche.“ Der Kern der Kritik: Die Premier League wird über mehrere Monate hinweg im identischen Turniermodus gespielt. Woche für Woche treten dieselben acht Spieler im Mini-K.o.-Turnier gegeneinander an – mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Was für Zuschauer zunächst nach klarer Struktur klingt, wird für Spieler zunehmend zur Belastung.

Belastung statt Rhythmus: Der unterschätzte Faktor

Ein entscheidender Punkt in Prices Kritik ist die zeitliche Belastung. Während im alten Format oft nur ein Match pro Abend anstand, müssen sich die Spieler heute auf einen deutlich längeren Ablauf einstellen. Der Dartstar sagte laut Oche180: „Früher hast du dich auf ein Spiel vorbereitet… jetzt bist du möglicherweise acht oder neun Stunden vor Ort.“

Gerade im Zusammenspiel mit anderen Turnieren – etwa Players Championships oder European Tour Events – wird das zum Problem. Die Premier League ist kein isoliertes Event, sondern Teil eines eng getakteten Kalenders. Das Bedeutet: weniger Regeneration, mehr mentale Belastung sowie höherer Druck über Wochen hinweg

Zwischen Entertainment und sportlicher Herausforderung

Die PDC hat das aktuelle Format bewusst eingeführt, um mehr Spannung, mehr Spiele und mehr Storylines zu erzeugen. Tatsächlich funktioniert das Konzept aus Fansicht oft sehr gut.

Doch genau hier entsteht der Zielkonflikt: Für die Zuschauer: klare Struktur, viele Spiele, konstante Duelle und  für die Spieler: Wiederholung, Belastung, fehlende Variation Price stellt damit eine Frage, die über ihn hinausgeht: Ist das Format langfristig noch das richtige?

 „Nicht mein Lieblingsturnier“ – trotz Erfolg

Bemerkenswert ist auch Prices Einordnung der Premier League selbst. Trotz sportlicher Erfolge und einer guten Ausgangsposition in der Tabelle bleibt er kritisch und sagte laut dem englischen Dartsmagazin weiter: „Ich genieße es zu spielen… aber es ist nicht mein Lieblingsturnier. Es ist einfach zu repetitiv über 16, 17 Wochen.“

Das ist ein klares Signal. Denn gerade die Premier League gilt als eines der prestigeträchtigsten Events im Darts-Kalender. Wenn ein Spieler wie Price – erfahren, erfolgreich, etabliert – solche Worte wählt, bekommt die Diskussion Gewicht.

Bedeutung für die Zukunft der Premier League

Noch gibt es keine konkreten Hinweise darauf, dass die PDC kurzfristig Änderungen plant. Doch Kritik wie diese ist nicht neu – und sie wird lauter. Die zentrale Frage lautet: Bleibt die Premier League ein Show-Format – oder entwickelt sie sich weiter?

Fest steht: Gerwyn Price hat mit seinen Aussagen eine Debatte neu entfacht, die den Darts-Sport in den kommenden Jahren begleiten dürfte.

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